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#4 Warum du deine schlechten Gewohnheiten nicht loswirst

Episode 4·Von Christian Strunk··13 Min.

Zucker, Pornos, Zigaretten, Handy. Du weißt, dass es dir nicht guttut. Du merkst es jedes Mal danach. Und trotzdem greifst du wieder hin. In dieser Episode erzähle ich, wie ich selbst über ein Jahr lang jeden Tag eineinhalb Liter Mezzo Mix getrunken habe und warum die Erkenntnis, dass das ein Problem ist, erst der Anfang war.

Es geht nicht um Disziplin oder Willenskraft. Es geht darum, was hinter dem Griff steckt. Welches Gefühl du versuchst, nicht zu fühlen. Und warum der Weg da raus nicht alleine funktioniert, sondern im Kontakt mit anderen Männern.

Auf einen Blick

Schlechte Gewohnheiten sind keine Charakterschwäche. Hinter dem Griff zum Zucker, zum Handy oder zu Pornos steckt fast immer ein ungestilltes Bedürfnis. Dein System sucht Regulierung.

Weglassen allein reicht nicht. Wer nur das Verhalten ändert, ohne das Gefühl dahinter zu spüren, wird rückfällig. Der Jo-Jo-Effekt bei Gewohnheiten funktioniert genauso wie bei Diäten.

Die Frage ist nicht „Wie höre ich auf?“, sondern „Was versuche ich nicht zu fühlen?“ Zucker füllt ein Loch, das eigentlich ein Gefühl ist. Traurigkeit, Einsamkeit, Leere.

Kontakt verändert mehr als Disziplin. Sich mit dem eigenen Thema einem anderen Menschen zu zeigen, entlädt die Energie, die sonst in die Gewohnheit fließt.

Heilung heißt Ganzwerdung. Es geht nicht darum, Anteile wegzumachen, sondern zu verstehen, was sie brauchen.

Worum es in dieser Episode geht

In den letzten Monaten höre ich von immer mehr Männern dasselbe: Ich weiß, dass es mir nicht guttut. Ich mache es trotzdem. Ob es Zucker ist, Pornos, das Feierabendbier oder das endlose Scrollen am Handy. Das Muster ist überall dasselbe. Du greifst hin, es fühlt sich kurz gut an, danach schlechter als vorher.

Ich kenne das aus eigener Erfahrung. In meiner Angestelltenzeit habe ich über ein Jahr lang jeden Tag eineinhalb Liter Mezzo Mix getrunken. Als ich ausgerechnet habe, wie viel Kilogramm Zucker das im Monat sind, war das ein Wendepunkt. Aber das Wissen allein hat nichts verändert. Der Versuch, es einfach wegzulassen, hat eine Woche gehalten. Danach habe ich doppelt so viel gefressen. Im Kontakt mit Männern sehe ich genau dieses Muster: Der Wille ist da, die Einsicht auch. Aber es reicht nicht.

Was geholfen hat, war nicht die Disziplin. Es war der Moment, in dem ich angefangen habe, mit Freunden darüber zu reden. Täglich. Nicht über Tipps und Tricks, sondern über das, was hochkommt, wenn der Zucker wegfällt. Traurigkeit. Einsamkeit. Ein Loch, das gefüllt werden will. Das zu fühlen hat verdammt wehgetan. Und genau das war die Heilung. Mehr darüber, was hinter Selbstsabotage wirklich steckt, findest du im Artikel.

Daraus ist die 30-Tage-Challenge entstanden. Nicht als Willenskraft-Übung, sondern als Raum, in dem Männer ihre Themen an der Wurzel anpacken. Mit Ritualen, täglichem Austausch und einem Buddy-System, das dich hält, wenn es schwer wird.

Themen in dieser Episode

Links und Ressourcen

Wenn du merkst, dass du immer wieder in dieselben Muster fällst und nicht verstehst warum, dann lies auch den Artikel über emotionale Klarheit. Denn oft liegt die Antwort nicht im Verhalten, sondern in dem Gefühl, das du versuchst zu vermeiden.

Häufig gestellte Fragen

Warum kann ich schlechte Gewohnheiten nicht einfach ablegen?

Schlechte Gewohnheiten sind selten ein Disziplinproblem. Hinter dem Griff zum Zucker, zum Handy oder zur Zigarette steckt fast immer ein ungestilltes Bedürfnis. Dein Nervensystem sucht Regulierung, Trost oder Verbindung. Solange du nur das Verhalten bekämpfst, ohne das darunterliegende Gefühl zu spüren, kommt der Rückfall.

Was bringt eine 30-Tage-Challenge bei Gewohnheiten?

30 Tage sind ein Anfang, keine Lösung. Die Verhaltensforschung zeigt: Nachhaltige Veränderung braucht mindestens 90 Tage. Der Wert einer Challenge liegt nicht im Weglassen allein, sondern im täglichen Kontakt mit anderen Männern, die dasselbe durchmachen. Das Teilen verändert mehr als die Disziplin.

Was hat Zucker mit Gefühlen zu tun?

Zucker ist ein schneller Tröster. Er füllt ein Loch, das eigentlich ein Gefühl ist. Traurigkeit, Einsamkeit, Leere. Wenn du merkst, dass du immer dann zum Süßen greifst, wenn es dir nicht gut geht, zeigt dir das: Da ist etwas, das gefühlt werden will. Nicht gestopft.

Transkript lesen

Christian Strunk (00:00)
Hast du auch die ein oder andere schlechte Gewohnheit, von der du denkst, es wird langsam wirklich Zeit, es loszuwerden, damit aufzuhören? Sei es, stundenlang am Handy zu sitzen, Netflix zu suchten, Pornos zu schauen, Zucker zu fressen, Kippen zu rauchen, das Feierabendbier zu trinken, was auch immer es sein mag. Ich glaube, es gibt heutzutage fast niemand mehr, der nicht in irgendeiner Art und Weise von diesen Themen betroffen ist. Und genau darum soll es heute in der Podcast-Episode gehen.

Einfach mal hinzuschauen, was ist da eigentlich? Weil ich jetzt festgestellt habe, die letzten Monate und Jahre hinweg, das Zeug ist einfach überall. Es ist so leicht, nicht nur sich ablenken zu lassen, sondern es ist auch so leicht geworden, irgendwo einfach hinzugreifen. Ich habe die Möglichkeit, jederzeit mir irgendwie alles in Form von billigem Dopamin und Schnelllösungen zu holen und fühle mich danach aber immer wieder scheiße. Vielleicht kennst du das auch. Und die Frage ist, was hat es damit auf sich?

Ich habe jetzt in den ganzen Jahren der, nenn das mal Persönlichkeitsentwicklung, auch wenn ich kein Fan von dem Begriff bin, im Rahmen der Selbstfindung mir diese Themen angeschaut und gemerkt, da steckt viel, viel mehr dahinter, als ich mir am Anfang gedacht habe. Allein diese Erkenntnis. Ich hatte in meiner Angestelltenzeit so eine Phase, wo ich über ein Jahr lang fast jeden Tag eineinhalb Liter Mezzo Mix getrunken hab. Dann hab ich mich irgendwann mal hingesetzt und ausgerechnet, wie viel Kilogramm Zucker ich allein im Monat konsumiert habe. Und das war für mich so ein krasses Erlebnis, dass ich gesagt habe, hey, das kann ich auf keinen Fall so weitermachen. Weil ich mir dann ausgerechnet habe, wenn ich das über 10, 20, 30 Jahre mache, selbst wenn es nur zwei Jahre, selbst wenn es nur ein Jahr ist, was tue ich meinem Körper damit an mit so einem unfassbar hohen Konsum an Zucker? Gleiches natürlich auch für Zigaretten oder Kiffen oder das Feierabendbier oder Kaffee.

Es gibt natürlich auch Studien, die andere Sachen sagen. Du musst natürlich für dich bisschen schauen, wo du dich da wiederfindest. Was für mich wichtig war, war der Moment, in dem ich gemerkt habe, dass ich damit ein Problem habe und dass es mich stört. Mich stört es, jeden Tag irgendwas Süßes zu fressen. Ich habe keine Lust mehr, die ganze Zeit nur am Handy zu hängen. Vor allem, wenn du merkst, du bist dir vielleicht noch nicht sicher, du kannst einfach mal reinspüren und gucken, wie du dich fühlst danach. Ich meine, es ist nichts Schlimmes daran.

Christian Strunk (02:26)
Mal ein Stück Kuchen zu essen oder mal ein Feierabendbier zu trinken, wenn man das möchte. Also ich trinke grundlegend keinen Alkohol mehr, hey, jedem seins. Wenn dir das schmeckt und es völlig in Ordnung ist, dann hast du kein Problem. Dann ist dieses Thema hier auch gerade nicht wichtig für dich. Aber dann, wenn du merkst, es fühlt sich irgendwie nicht mehr stimmig an oder ich fühle mich sogar danach immer wieder schlecht und ich muss es immer wieder machen, dann sind wir genau an dem Kernthema dran. Und dieses Thema ist halt jetzt auch in Bezug auf den Tiefgang nur die Oberfläche.

Warum hat man es eigentlich nötig, immer wieder irgendwo hinzugreifen? Also das war eine Frage, die ich mir gestellt habe. Und das Spannende war, ich habe dann irgendwann angefangen, ganz viel Studien reinzuziehen. Die Verhaltensforschung ist da zu einer Seite schon richtig krass weit, wenn es darum geht zu erkennen, wie lange brauchst du, um dein Gehirn zu programmieren. Übrigens, 30 Tage ist erst der Anfang. Man sagt, mindestens nachhaltige Veränderungen im Körper und auch im Verhalten zu haben, brauchst du 90 Tage. Dann aber auch wieder zu erkennen, wie wichtig Disziplin ist, wie wichtig ein Tagebuch ist. Es gibt tausende von Studien, die zeigen, wie einfach, in Anführungsstrichen, sich Verhalten ändern lässt.

Ich habe aber wieder gemerkt, wenn ich diese Sachen mache und denen auch folge, dass ich rückfällig werde. Ich habe jetzt irgendwie eine 30-Tage-Challenge gemacht und merke aber, trotzdem habe ich danach wieder Lust auf Zucker. Wo kommt dieser Wunsch nach Zucker her? Wenn wir das nur als ein Beispiel nehmen. Das Gleiche kannst du auch für Pornos nehmen oder für alles andere. Das sind halt so zwei Sachen, wo ich merke, da greifen gerade viele Männer hin. Und ich merke, das Thema darunter ist einfach viel tiefer.

Mich hat mal jemand gefragt, wo fehlt dir eigentlich die Süße im Leben? Und in der Zeit, in der ich so viel Zucker konsumiert hab, da war ich so im Hustle-Modus gewesen. Hab ich so viel gearbeitet und da war mir Erfolg so unfassbar wichtig, dass es sich tatsächlich, jetzt rückwirkend betrachtet, in der Zeit alles extrem bitter angefühlt hat für mich. Weil es vor nicht so gelaufen ist, wie ich es gerne gehabt hätte. Das Gleiche mit Pornos. Wo fehlt Männern Nähe? Weil ich hab die Idee, dass immer dann, wenn du zu irgendeiner Form von sexuellen Reizen greifst, dann ist dort immer der Wunsch nach Nähe.

Christian Strunk (04:37)
Und ich weiß, ist jetzt natürlich eine Sache, die ist leichter gesagt als getan. Die Frage, hey, wo kommt das eigentlich her? Aber es ist nun mal einfach da. Und was ich gemerkt habe ist, mich damit auseinanderzusetzen und vor allem mal hinzusetzen, hat extrem viel verändert.

Früher war das immer so, ich merke, ich hab Bock auf Zucker, ich greife zu irgendwas, ich esse es und danach geht's mir scheiße. Was ist der nächste Schritt gewesen? Der nächste Schritt war zu merken, ich hab da gerade Lust auf Zucker und ich weiß, es tut mir eigentlich nicht gut. Und ich weiß, ich werde mich danach vielleicht sogar noch schlecht fühlen. Zigaretten, genau das Gleiche. Ich war früher der absolute Partyraucher. Ich konnte nie Raucher werden, ich hab's probiert. Ich hab ein halbes Päckchen Zigaretten jeden Tag geraucht und danach konnte ich sofort wieder aufhören. Vielen Dank, lieber Gott, sage ich da nur. Aber trotzdem ist es halt immer wieder so, dass ich nach jeder Zigarette merke, danach geht es mir einfach scheiße. Daran ist nichts geil.

Und ich kenne so viele Leute, die sagen, es schmeckt mir eigentlich gar nicht, aber ich mache es trotzdem. Und auch da ist halt die Frage, was versuchst du zu regulieren? Die Zigarette hat ja so diesen regulierenden Aspekt. Du siehst es ja in jedem Film. Wenn das große Meisterwerk vollbracht ist, dann wird sich erstmal eine Fluppe angemacht. Immer dieses, ja, diese Zigarette ist so diese Wohltat, diese kleine Zigarre, mit der man Dinge zelebriert. Man greift immer wieder hin, es geht immer wieder so schnell.

Was ist das denn da eigentlich? Und ich habe dann eine Phase gehabt, in der ich mich damit auseinandergesetzt habe. Erst mal war die Erkenntnis da, da ist ein Muster. Und dann, und jetzt kommt der härteste Teil überhaupt, habe ich versucht, das Muster wegzulassen. Und es hat aber nicht geklappt. Es hat geklappt, eine Woche. Und danach habe ich doppelt so viel Zucker gefressen wie vorher.

Christian Strunk (06:35)
Und das ist so das Ding, wo ich mir vorstellen kann, dass da viele Leute stecken bleiben. Das heißt, es gibt scheinbar irgendeine Art von Antrieb und Motor, ein interessantes Thema, das uns dazu verleitet, zu all diesen Dingen zu greifen, uns Dopamin zu suchen und uns besser fühlen zu lassen. Und zeitgleich merken wir, es ist eigentlich nicht das Richtige. Das heißt, de facto kann man sagen, und ich glaube, das weiß jeder, es ist nicht das Richtige. Nur die Frage ist, was ist denn das Richtige? Was brauche ich eigentlich? Große Frage.

Und ich bin dann irgendwann an den Punkt gekommen, wo ich gemerkt habe, es wird Zeit etwas anders zu machen. Den Jo-Jo-Effekt will ich auch nicht länger unterstützen, weil auch das ist ja ein Muster, was ich dann irgendwann erkannt habe. Okay, ich mach's mal ne Woche nicht, dann mach ich's wieder ne Woche stärker. Bringt mich auch nicht wirklich weiter. Und das war dann der Punkt gewesen, wo ich angefangen habe, mit meinem Freundeskreis darüber zu reden, vor allem mit Männern in meinem Freundeskreis. Und daraus ist dann etwas entstanden, was ich jetzt mittlerweile auch als Kurs anbiete. Und zwar habe ich mit meinen Freunden angefangen, eine 30-Tage-Challenge zu machen.

Und auch das war so, am Anfang war es extrem schwer gewesen, aber ich wollte diese Challenge erschaffen und wusste, hey, da ist jemand anderes, der mindestens genauso hart daran arbeitet wie ich. Und das war schon mal etwas gewesen, was viel verändert hat. Was ich dann aber rückwirkend gemerkt habe: Das, was eigentlich geholfen hat, war gar nicht die Challenge, sondern die Tatsache, dass ich mit meinem Thema, also der Wunsch Zucker zu essen, mit jemand anderem täglich in Kontakt war.

Christian Strunk (08:12)
Ich hab dann angerufen und gesagt, du pass auf, ich hab grad wieder Bock auf Zucker, ich raste hier gerade aus. Und hab dann erstmal mich ausgekotzt und ausgeheult, in Anführungsstrichen, aber das war wichtig. Das war so wichtig, das regelmäßig zu machen, weil dadurch konnte sich diese angestaute Energie, die ich ja dann quasi irgendwann in den Zucker reinstecke, angefangen hat, sich zu entladen durch den Kontakt mit jemand anderem. Und es ist ja oft so, dass wir mit unseren Herausforderungen uns alleine fühlen oder sogar alleine sind.

Das heißt, der Freundeskreis hat mir sehr geholfen, das Thema in Kontakt zu bringen. In Verbindung mit der Herausforderung, es wegzulassen für 30 Tage. Und das ging dann noch mal einen Schritt weiter. Weil ich habe gemerkt, okay, das ist noch nicht alles. Weil auch da gab es wieder Phasen, wo ich dann im Anschluss rückfällig geworden bin.

Und das Thema ist, du willst ja eigentlich nicht rückfällig werden, beziehungsweise ist das Hauptthema ja der Leidensdruck dahinter. Wie gesagt, ein Stück Kuchen oder ein Feierabendbier ist ja grundlegend erstmal nichts dramatisch Schlimmes. Das heißt, es darf mal sein, du kannst das einbauen. Die Frage ist nur, warum es immer wieder so eskaliert. Oder natürlich ist auch eine weitere Frage, ob du damit einen Umgang finden kannst, dass es wieder normal wird.

Und da habe ich halt gemerkt, okay, in den 30 Tagen war das Sich-Mitteilen zwar wichtig, aber es gab noch ein paar Sachen, die gefehlt hatten. Und das hat sich dann in meinem Freundeskreis und jetzt auch in dem Kurs weiterentwickelt. Und zwar die Intention dahinter. Wenn du dich dazu entscheidest, etwas aufzuhören, beispielsweise mit Zigaretten oder mit Zucker oder mit Pornos schauen oder was auch immer, dann ist ja erstmal die Frage, warum machst du das eigentlich?

Christian Strunk (10:04)
Wenn du jetzt das Thema Zucker nimmst, dann könntest du ja sagen, ich will einfach nicht mehr fett aussehen, weil ich will mich einfach nicht mehr schlecht fühlen. Das Problem dabei ist jedoch, dass es ein negativ formulierter Wunsch ist. Das heißt, du willst also weg von einem Zustand. Die Frage ist nur, wo würdest du denn gerne hin? Ich möchte mich gerne gesund und vital und frisch fühlen. Das wäre eine positive Formulierung. Das war zum Beispiel eine Sache, wo ich gemerkt habe, welche Intention habe ich eigentlich dahinter? Wie formuliere ich die?

Dann habe ich noch gemerkt, dass es eine Kernintention gibt, die eigentlich immer dabei sein muss, wenn man sich zu solchen Themen stellt. Und zwar: Ich mache das Ganze für mich und um zu heilen. Was heißt Heilung? Heilung heißt übersetzt Ganzwerdung. Und ich habe gemerkt, okay, es gibt in mir Anteile, die verschiedene Sachen machen, die irgendwie nicht in der Harmonie sind und nicht im Einklang stehen. Zum Beispiel Zucker zu essen. Was ist mit diesem Anteil los? Was braucht dieser Anteil eigentlich? Und was versuche ich da zu übergehen oder nicht zu sehen und nicht fühlen zu wollen?

Und mit dieser Intention und mit diesem Austausch hat sich das Ganze angefangen noch weiter zu transformieren. Weil ich dann in den täglichen Austausch nicht nur gegangen bin im Sinne von, heute fällt es mir wieder schwer, keinen Zucker zu essen, sondern zu merken, ja, ich merke heute ganz viel Traurigkeit in mir. Ich merke, irgendwie fühle ich mich total alleine und dieses Zuckergefühl, das ist so ein Loch in mir, das ich gerade versuche zu stopfen und dieses Loch aber mal zu fühlen.

Christian Strunk (11:34)
Das hat verdammt weh getan. Und zeitgleich ist leider Gottes genau das die Heilung. Das ist so absurd, ne? Man isst lieber 30 Jahre Zucker, um Schmerz nicht zu fühlen, um krank zu werden, statt sich mal eine Woche oder von mir aus nur einen Tag hinzusetzen und diesen Schmerz, der da eigentlich wirklich ist, zu fühlen. Und damit dem gesamten Thema die Möglichkeit geben, sich zu transformieren und über die Zeit hinweg auch aufzulösen.

Ja, und genau das mache ich jetzt mittlerweile in der Challenge. Es gibt die 30-Tage-Challenge, die verlinke ich dir auch unten in der Beschreibung. Da kannst du gerne mal reinschauen, wo Männer zusammenkommen, die festgestellt haben, dass es einfach noch viel mehr gibt, als schnell schnell zu machen, sondern quasi versuchen, ihre Themen an der Wurzel anzupacken. Und genau diese Männer sind an diesem Ort, der 30-Tage-Challenge, wo wir uns gemeinsam mit Ritualen und der Regelmäßigkeit und auch einem strengen Buddy-System gucken, dass wir uns gegenseitig accountable halten und uns Raum geben.

Für die Themen, die hochkommen. Weil jeder Mensch hat ein Thema. Sonst würdest du dich für sowas hier nicht interessieren. Würdest du dir diesen Podcast nicht anhören, dieses Video nicht anschauen. Und genau darum geht's. Mit Gleichgesinnten, mit Männern, mit Brüdern, mit Kumpanen diesen Weg gemeinsam zu gehen und sich nicht zu verurteilen, sondern zu schauen, wie kann man sich gegenseitig helfen. Und vor allem Mitgefühl zu zeigen. Weil das ist eine Sache, davon hatten wir wahrscheinlich alle viel zu wenig in der Kindheit. Wenn dich das interessiert, schau gerne mal vorbei und vergiss nicht, ein Abo dalassen.

Du merkst, dass du immer wieder zu denselben Dingen greifst?

Im Erstgespräch schauen wir gemeinsam hin. Was steckt hinter dem Muster? Was braucht dieser Anteil in dir wirklich? Kein schneller Fix, sondern ein ehrlicher Blick.