Was, wenn die schwierigste Beziehung deines Lebens die mit dir selbst ist? Paul Benne hatte mit Mitte 20 eine Sinnkrise. Ingenieurstudium, das er nicht wollte. Sport als Kompensation, der durch einen verschleppten Infekt wegfiel. Eine erste psychedelische Erfahrung, die ihn zum ersten Mal nach innen schauen ließ. Daraus wurde ein zehnjähriger Prozess, in dem er gelernt hat, was viele Männer nie üben: sich selbst spüren, ehrlich sein, Grenzen ziehen und Klarheit zur Grundlage jeder Beziehung machen.
In dieser sechsten Episode von Tiefgang sprechen Paul und ich über die Beziehung, die alles trägt. Wie nimmst du dich an, wenn du dir selbst gerade nicht gefällst? Wie findest du heraus, was du wirklich willst, wenn du es lange nach außen verlegt hast? Und warum ist Klarheit der eigentliche Nährboden für Nähe? Wenn du gerade nach innerer Klarheit suchst, ist dieses Gespräch ein guter Startpunkt.
Auf einen Blick
Was dich heute blockiert, hat dich gestern gerettet. Alte Schutzprogramme verdienen Wertschätzung, bevor sie sich lösen können. Selbstannahme heißt nicht, alles gut zu finden. Sie heißt, dir selbst nicht noch zusätzlich auf den Sack zu gehen.
Bevor du Grenzen ziehst, lerne deine Bedürfnisse zu spüren. Erst musst du das Ja und das Nein in dir selbst erkennen können. Sonst setzt du Grenzen aus Reflex, nicht aus Klarheit.
Eine Grenze ist eine Konsequenz in deinem eigenen Handeln, kein Nein an die andere Person. Du sagst nicht, was sie tun darf. Du entscheidest, was du tust, wenn sie weitermacht.
Klarheit ist das Fundament der Intimität. Erst wenn du dich traust, klar zu sein, kann echte Nähe entstehen. Ein authentisches Nein ist mehr wert als ein halbes Ja.
Who am I uninterrupted? Wer bist du, wenn dich niemand und nichts unterbricht? Diese Frage ist die ehrlichste, die ein Mann sich stellen kann.
Worum es in dieser Episode geht
Paul Benne war Mitte 20, als sich alles in seinem Leben gleichzeitig ankündigte: das falsche Studium, der Körper, der streikte, eine Beziehung, die endete, eine Identität, die ihn nicht mehr trug. Aus dieser Krise wurde der Anfang eines Prozesses, der bis heute weitergeht. Im Gespräch erzählt er, wie er gelernt hat, sich selbst nicht ständig zu bekämpfen. Wie ein guter Freund ihm sagte: Je mehr du innerlich aufgewühlt bist, desto weniger Entscheidungen triff. Und wie er auf einer Tempelnacht in Berlin zum ersten Mal die Erfahrung machte, dass es okay ist, nicht zu wissen, was man will.
Wir sprechen darüber, warum Männer oft so schlecht spüren, was sie wollen. Über das angepasste Studieren, das angepasste Funktionieren, das angepasste Ja sagen aus Angst, jemanden zu enttäuschen. Über Polyamory und die einfache Erkenntnis, dass Liebe in den meisten zwischenmenschlichen Beziehungen längst keinem Konkurrenzdenken folgt. Und über die Unterscheidung, die vieles klärt: Ein Bedürfnis drückst du aus. Eine Grenze ziehst du in deinem eigenen Handeln.
Im Kontakt mit Männern sehe ich dieses Muster ständig: Männer, die vermeintlich klar wirken, aber innerlich keinen Zugang zu ihrem Spüren haben. Die ein Ja sagen, weil das Nein zu viel kostet. Die in Konflikten lieber funktionieren als ehrlich sein. Paul beschreibt sehr präzise, was passiert, wenn man diesen Schalter umlegt: Wie ein klares Nein das ehrliche Ja erst möglich macht. Wie ein Dunkel-Retreat ihm den Satz schenkte, dass sein Bedürfnis nach Klarheit jedem Bedürfnis nach Nähe vorangeht. Mehr darüber, wie du beginnst, deine Gefühle wieder zuzulassen, liest du im verlinkten Artikel.
Am Ende der Episode wird es ruhig. Paul richtet sich an die jüngeren Männer da draußen, die heute genau dort stehen, wo er mit 25 stand. Sein Satz dazu ist kein Ratschlag. Er ist eine Einladung, das Rollenbild einmal komplett über Bord zu werfen und ehrlich zu fragen: Wer bin ich eigentlich abseits dieser Konzepte?
Über Paul Benne
Paul Benne, 34, lebt in Berlin. Nach einer Sinnkrise mit Mitte 20 hat er sich über Jahre intensiv mit Beziehung, Bewusstsein und Bindungstheorie beschäftigt. Er beschreibt sich selbst als ehemals vermeidenden Beziehungstyp in Recovery. Heute begleitet er Menschen in Beziehungsfragen und teilt seine Perspektive auf Instagram.
Themen in dieser Episode
- Warum alte Schutzmuster Wertschätzung verdienen, bevor sie sich lösen können
- Wie ein verschleppter Infekt und ein Pilztrip Pauls Selbstreflexion ausgelöst haben
- Tempelnacht in Berlin: Die erste Erfahrung von Konsens, Ja und Nein im eigenen Körper
- Der Unterschied zwischen Bedürfnis äußern und Grenze ziehen
- Bindungstheorie: Vom vermeidenden Beziehungstyp zur gesunden Autonomie
- Polyamory und die Frage, ob Liebe einem Konkurrenzgedanken unterliegt
- Klarheit als Fundament der Intimität, Erkenntnis aus dem Dunkel-Retreat
- Who am I uninterrupted: Sich selbst begegnen, ohne ständige Unterbrechung
Links und Ressourcen
- Paul Benne auf Instagram
- Radikal Ehrlich von Brad Blanton (Radical Honesty)
- Bhagavad Gita: „Du hast ein Recht auf deine Arbeit, aber kein Recht auf die Ergebnisse deiner Arbeit.“ (im Gespräch erwähnt)
Wenn du merkst, dass dir genau diese Klarheit über dich selbst fehlt, die Paul beschreibt, dann lies auch den Artikel Entscheidungen treffen, die wirklich deine sind. Das ist die nächste Schicht.
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet eine gute Beziehung mit sich selbst zu führen?
Eine gute Beziehung mit dir selbst heißt, dich anzunehmen wie du bist, deine Bedürfnisse zu spüren und ehrlich auszudrücken und dir selbst dann nicht noch auf den Sack zu gehen, wenn es dir gerade schon schwerfällt. Sie ist die Grundlage für jede äußere Beziehung. Erst wenn du dir selbst etwas wert bist, kannst du klar kommunizieren, Grenzen ziehen und echte Nähe zulassen.
Wie finde ich heraus, was ich wirklich will?
Indem du dir erlaubst, es nicht sofort zu wissen. Viele Männer haben so lange nach den Erwartungen anderer entschieden, dass das eigene Spüren verschüttet ist. Der Weg zurück führt über Stille, Zeit ohne Reize und ehrliches Hinhorchen. Paul Benne nennt es die Frage Who am I uninterrupted. Wer bin ich, wenn niemand etwas von mir erwartet? Antworten kommen oft erst, wenn du aufhörst, sie erzwingen zu wollen.
Was ist der Unterschied zwischen einem Bedürfnis und einer Grenze?
Ein Bedürfnis drückst du aus, eine Grenze ziehst du in deinem eigenen Handeln. Wenn du einen Tee ablehnst, ist das ein Bedürfnis. Wenn du in einem Streit angeschrien wirst und sagst, dass du gehst, falls der Ton bleibt, ist das eine Grenze. Eine Grenze ist immer eine Konsequenz, die du dir selbst gegenüber ziehst, nie eine Forderung an die andere Person.
▶Transkript lesen
Christian (00:00)
Wie du eine glückliche Beziehung mit dir selbst und mit anderen führst. Das ist das Thema, mit dem ich heute mit meinem Gast Paul Benne sprechen werde. Schön, dass du da bist.
Paul (00:08)
Vielen herzlichen Dank, schön, dass du mich da hast.
Christian (00:11)
Bevor wir einsteigen, ein paar Background-Informationen zu dir, die mich damals schon sehr gecatcht haben. Du hattest mit Mitte 20 eine Quarterlife-Crisis.
Paul (00:22)
Genau, eine Sinnkrise oder Dark Night of the Soul oder Quarterlife Crisis. 25, hoffentlich werde ich 100. Das war ein sehr einschneidender Moment, würde ich sagen.
Christian (00:38)
Du hattest auch erwähnt, dass dann auf einem Pilztrip viele spirituelle Awakenings in dir hervorgebrochen sind und du dich quasi über diesen Prozess sehr stark mit dem Thema Beziehung und Beziehung zu Menschen auseinandergesetzt hast.
Paul (00:54)
Da noch gar nicht so bewusst. Aber der Magic-Mushroom-Trip hat auf jeden Fall dazu beigetragen, dass ich vielleicht das erste Mal in meinem Leben mich wirklich reflektiert und mich mal selbst ergründet habe. Es kam in dem Kontext dazu, dass ich davor fünf bis sieben Mal die Woche Sport getrieben habe, auch um mit meinen Emotionen klarzukommen. Ich habe mich über meinen Körper definiert. Durch einen verschleppten Infekt musste ich sechs Monate komplett pausieren. 20 Minuten Cardio am Morgen führten dazu, dass ich bis fünf Uhr morgens mit Herzrasen nicht mehr schlafen konnte.
Genau in diesem Kontext, mit der Frage, will ich das studieren, was ich studiere, wo will ich hin, wo komme ich her, hat dieser Magic Mushroom Trip eine spirituelle Perspektive reingebracht. Wer bin ich eigentlich? Ab dem Moment habe ich angefangen, mich begeistert mit Gedanken, Gefühlen und Bewusstsein auseinanderzusetzen. Und dann auch mit Kommunikation und Beziehung.
Christian (02:25)
Das sind alles Sachen, über die wir heute sprechen werden. Ich habe für mich festgestellt: Immer dann, wenn ich cool mit mir selbst bin, fließt der Rest von alleine. Kennst du das auch?
Paul (02:38)
Ja. Was verstehst du unter cool sein?
Christian (02:48)
Genau das wollte ich heute mit dir erkunden. Diese Beziehung zu mir selbst, kann ich mich annehmen, wie ich bin. Das ist das, wo ich für mich sagen kann: In meiner Quarterlife-Crisis habe ich mich sehr schwergetan. Bis heute merke ich, dass ich immer wieder an Prozesse und Glaubenssätze komme, die nicht mehr richtig sind, die aber Türen zugemacht haben oder mich blockiert haben. Da stelle ich mir die Frage, wie hat sich dein Umgang in den Jahren verändert?
Paul (03:41)
Ich bin jetzt 34. Mit 25 ging es los, das heißt, ich blicke auf einen zehnjährigen Veränderungsprozess zurück. Ich bin ein starker Befürworter von annehmen, was gerade präsent ist in deiner Erfahrung. Du hast gesagt, vieles hat dich im Leben blockiert. Was mir wichtig ist: Das, was dich in einem Moment blockiert hat, hat dich in einem Moment davor gestützt, gerettet oder vor Schlimmerem bewahrt. Nichts von dem, was uns in unserem Erleben ausmacht, ist zufällig. Es hat in irgendeiner Form Sinn erfüllt. Diese Mechanismen sind dann zu einem späteren Zeitpunkt einfach nicht mehr dienlich.
Christian (05:34)
Da sind wir schon in einer guten therapeutischen Schiene. Wenn du Anteilsarbeit machst oder ressourcenbasiert arbeitest, geht es genau darum, diese Anteile, diese Überlebensprogramme zu wertschätzen, weil sie dir tatsächlich geholfen haben. Auch wenn sie heute nicht mehr notwendig sind, kann ich diese Erfahrung nicht einfach ablehnen. Das ist ein wichtiger Schritt. Und leichter gesagt als getan.
Paul (06:23)
Ich hatte gerade ein schönes Bild im Kopf. Es ist wie ein paar Schuhe, die du dir früher angezogen hast, um einen Weg zurückzulegen. Du bist gewachsen, die Schuhe sind zu klein geworden. Auf dem Weg dorthin sind sie über Stock und Stein durch. Irgendwann fangen sie an zu drücken, und dann müssen sie gewechselt werden. In dem Moment, wo sie gewechselt werden müssen, ist es Zeit. Aber davor haben sie dich überall hingetragen.
Paul (07:31)
Eine sehr amüsante Herausforderung ist, wenn ich selber gerade in ein Loch falle oder mit mir selbst abgefuckt bin: Wie sehr schaffe ich es, mir selbst nicht noch mehr auf den Sack zu gehen, wenn ich mir schon auf den Sack gehe? Das ist die Kunst. Ein langjähriger Freund hat mir mal gesagt: Je mehr du merkst, dass du aufgebracht bist oder verunsichert, desto mehr erlaubst du dir, in diesem Moment keine Entscheidungen zu treffen. Keine lebenswichtigen, keine gewichtigen. Auch in zwischenmenschlichen Gesprächen, wenn es sehr intensiv wird, ziehe ich mich zwischendurch raus, um abzukühlen, zurück zu mir zu kommen, und gehe dann wieder rein.
Genauso versuche ich es auch in der Beziehung zwischen mir und der Welt zu handhaben. Wenn ich gerade super frustriert bin, nehme ich das zur Kenntnis. Aber aus dieser Energie heraus überzeuge ich mich nicht davon, dass es jetzt die beste Idee ist, den Job an den Nagel zu hängen, die Beziehung zu verlassen oder mein ganzes Leben um 180 Grad zu drehen.
Christian (09:30)
Wie war das in deiner Quarterlife-Crisis? Hast du dich zu stark mit Arbeit identifiziert? Was war der Auslöser?
Paul (09:46)
Da kamen einige Dinge zusammen. Ich habe Ingenieurwesen studiert und eigentlich ab dem ersten Semester mit dieser Entscheidung gerungen. Ich habe mich immer wieder versucht eines Besseren zu überzeugen. Ich bin sehr dankbar, wo ich jetzt bin, aber eigentlich habe ich diese Entscheidungen nur getroffen, weil ich mich nicht getraut habe, die Handbremse zu ziehen und zu sagen: Stopp, ich brauche sechs Monate, um mich zu orientieren. Ich bin den Weg des geringsten Widerstandes gegangen, ohne zu merken, ob ich das überhaupt will.
Paul (10:45)
Ich kannte es nicht anders. Es war ein kontinuierlicher innerer Konflikt. Ich bin häufig in dem Unverständnis dafür, was meine eigenen Bedürfnisse und Grenzen sind, zu Entscheidungen gekommen, von denen ich annahm, dass sie meinem Umfeld am besten gefallen oder die Menschen, die mir nahestehen, am wenigsten enttäuschen. Ich war sehr angepasst. Ich habe mich über meinen Körper definiert, weil ich so unsicher war. Während des Studiums habe ich im Wesentlichen gefeiert, gezockt und Sport getrieben.
Als sich das alles ansammelte und meine Kompensationsstrategie Sport von einem Tag auf den anderen weg war, kam auch dieser Moment, wo ich realisierte: Beim stundenlangen Zocken bin ich tausendmal motivierter, mich konzeptionell, strategisch, taktisch mit Zielen auseinanderzusetzen als in allen anderen Lebensbereichen. Und dann gehe ich raus in die Uni und hänge durch und weiß nicht wohin mit mir. Genau an dem Punkt bin ich zu einem Coaching gekommen. Das war damals mein Ersatz für Therapie.
Paul (13:00)
Gleichzeitig hatte ich Beziehungsthemen. Ich hatte eine langjährige Teenagerbeziehung, die mit 18 endete. Mit 19 bin ich nach Hamburg zum Studieren gezogen. Bis Mitte 20 hatte ich keine Beziehung mehr. Das war einer der Punkte, wo ich gefragt habe: Warum fällt es mir so schwer, Beziehungen zu führen? Mit 26 begann das Coaching.
Gleichzeitig startete eine Beziehung, die ich vermutlich nur starten konnte, weil ich auf der anderen Seite eine Begleitung hatte, die mich regulieren oder zumindest beruhigen konnte. Bindungstheorie wurde eines meiner Steckenpferde. Ich bin ein vermeidender Beziehungstyp in Recovery. Heute ist es ein gesunder Autonomieanteil. Ich scheue nicht mehr vor Intimität zurück. Damals war das anders. Ich war so verliebt, dass meine Vermeidungsmomente mich überforderten. Ich bin in den ersten Wochen durch meine WG gelaufen und wusste nicht, ob ich weiter mit ihr zusammen sein oder Schluss machen will. Das Coaching hat mir geholfen, runterzufahren. Die Beziehung hat sechseinhalb Jahre gehalten, und wir sind nach wie vor gute Freunde.
Paul (17:16)
Ich wollte damals eine offene, nichtmonogame Beziehung führen. Wir haben unser Bestes gegeben. Nach sechseinhalb Jahren gab es den Bruch. Ich habe ein halbes Jahr getrauert und sehr viel geweint. Irgendwann merkte ich, dass ich gar nicht mehr nur die Beziehung beweine. Da kam Kram hoch, der weiter zurücklag. Scheidungserfahrung aus der Kindheit zum Beispiel. Nach der Trennung habe ich mich ungeplant intensiv in die Nichtmonogamie und Polyamory entwickelt und rückblickend verstanden, was uns beiden gut getan hat und wo ich uns überfordert habe. Dinge wurden nicht angesprochen, ich wusste teilweise nicht, was ich möchte, Grenzen setzen konnte ich nicht.
Christian (19:32)
Der Prozess hat dir geholfen, herauszufinden, was du willst und was nicht. Ich bin selber monogam, aber an dem Punkt, wo ich offen bin zu explorieren. Wir hatten in unserem ersten Telefonat eine schöne Frage: Wie kann ich bedingungslos meine Mutter lieben, ohne den Kontakt zum Vater dadurch zu beeinflussen?
Paul (20:10)
Polyamory ist nach meinem Verständnis die Fähigkeit, Menschen und Beziehungen zu lieben, unabhängig voneinander. Die Liebe zu meiner Mutter tut der Liebe zu meinem Vater keinen Abbruch. Außerhalb der monogamen romantischen Beziehung gibt es viele zwischenmenschliche Beziehungen, die zeigen: Liebe unterliegt keinem Konkurrenzgedanken.
Christian (20:56)
Auch ohne Konkurrenz gibt es Grenzen. Was sind die Grenzen und wie finde ich sie heraus? Ich kann für genug Männer sprechen, die einen Punkt im Leben kennen, an dem sie nicht wissen, was sie wollen. Die Andrew Tates und Co. erzählen, du musst wissen, was du willst, sonst bist du nicht attraktiv. Mir ist das egal. Ich frage für mich. Was brauche ich, um herauszufinden, wie ich meine Grenzen setze und was ich will?
Paul (22:01)
Bevor ich Grenzen in Beziehungen gesund setzen konnte, musste ich erst herausfinden, wie es sich anfühlt, herauszufinden, was ich möchte. Also welche Bedürfnisse ich habe. Ein prägendes Erlebnis waren Temple Nights in Berlin.
Paul (23:04)
Drogenfreie, bewusste, sex-positive Events, die in verschiedener Form weltweit stattfinden. In Berlin gibt es viele davon. Ich war vor vier oder fünf Jahren auf meiner ersten. Es gibt verschiedene Level. Wer Sex-positive Space hört, denkt sofort an Sexparty. Dem ist nicht so. Die Level unterscheiden sich vor allem im Anteil an Workshops. Bei einem Beginner-Event waren von zehn Stunden mindestens sechs Stunden Übungen, um die Gruppe miteinander bekannt zu machen und ein Verständnis von Konsens zu entwickeln. Wie fühlt sich ein Ja an, wie ein Nein.
Eine simple Übung: Du gehst durch den Raum, stellst dich vor jemanden und sagst, was du gerne tun würdest. Dir die Hand halten, dich küssen, dir durchs Haar streichen. Die andere Person sagt zur Übung erst mal immer Nein. Damit du die Erfahrung machst: Wenn ich Lust habe, dass mich der Mensch berührt, und trotzdem Nein sage, merke ich, dass ich ein Nein sage, das eigentlich ein Ja ist. Dann gibt es die anderen Momente, in denen das Nein wirklich gemeint ist. So spürt man den Unterschied zwischen einem falschen Nein und einem echten Nein. Das gleiche Spiel mit Ja und Nein, dann irgendwann authentisch.
Es gab eine andere Übung, in der nach Bedürfnissen gefragt wurde. Worauf hast du gerade Lust? Eine Massage, etwas Sexuelles. Ich weiß noch, ich hatte keine Antwort. Das war für mich die einprägsamste Erfahrung des Events, weil alle um mich herum völlig okay damit waren, dass ich es nicht wusste. Sie haben einfach gesagt: Nimm dir Zeit.
Christian (27:23)
Genau das gibt dir den Raum, mit diesem Gefühl zu sein, statt es abzulehnen. Ich kenne das ja so: Ich weiß nicht, was ich will. Jetzt stehe ich vor einer Person und mein Nervensystem rastet aus. Ich muss aber, sonst bin ich beim falschen Ja oder beim falschen Nein. Aber die Leute sagen, entspann dich, du bist erst mal mit dir selbst, da hast du genug zu tun.
Christian (27:49)
Ich kenne diese Übung auch aus Schauspiel und Improtheater. Picknick: Ich gehe auf ein Picknick und nehme mit eine Flasche Sekt. Die Person sollte immer Nein sagen. Und immer Ja. Genau das gleiche Spiel: Wie fühlt sich ein Nein an, obwohl ich Ja meine? Diese Momente des Sich-Reinfühlens hat man nicht, wenn man die ganze Zeit im Machen ist.
Paul (28:30)
Egal in welchem Kontext wir das lernen. Bis Mitte 20 war ich überangepasst, an manchen Stellen rebellisch, aber nie kritisch. Mit 29 habe ich auf dieser Tempelnacht das erste Mal gemerkt: Ich habe echte Herausforderungen, wenn mich jemand fragt, was ich möchte, gerade in Momenten der Überforderung oder Unsicherheit. Bis dahin hatte ich mich in solchen Momenten gar nicht selbst gefragt. Selbst wenn ich mich gefragt habe, habe ich immer einbezogen, was die andere Person von mir möchte.
Paul (29:50)
Zur Frage nach Grenzen. Es gibt unterschiedliche Verständnisse. Ich definiere für mich Grenze als einen Akt, bei dem ich eine Konsequenz in meinem eigenen Handeln ziehe, durch das, was mit mir passiert oder wie mit mir umgegangen wird. Ich ziehe keine Grenze, wenn ich Nein sage. Wenn du mich fragst, ob ich noch eine Tasse Tee möchte, und ich Nein sage, habe ich nur ein Bedürfnis ausgedrückt. Wenn es aber Streit gibt und jemand mich anschreit, ziehe ich eine Grenze, indem ich sage: Ich bin offen, den Konflikt zu lösen, aber wenn du mich anschreist, werde ich gehen. Eine Grenze heißt für mich, dass ich mir selbst erlaube, die Situation zu verlassen.
Paul (31:30)
Bewusst und gesund Grenzen ziehe ich erst seit vier, fünf Jahren. Ich bin mir selbst so viel wert, dass ich mich nicht mehr für andere verstelle. Ich traue mich, meine Bedürfnisse frei auszudrücken. Und wenn meine Bedürfnisse in einer Beziehung nicht respektiert werden, bin ich mir wertvoll genug, die Situation oder die Beziehung zu verlassen. Das hat mit Selbstliebe zu tun. Ich führe in allererster Linie eine glückliche, liebevolle Beziehung mit mir selbst.
Christian (33:26)
Du bist es dir selber wert, das ist ein wichtiger Satz. Ich beobachte gerade in meinem Prozess, dass ich oft in Konfliktsituationen unbewusst mein Verhalten und meine Bedürfnisse hinterfrage. Ist das gerade richtig? Dadurch komme ich in einen inneren Konflikt. Der Selbstwert weiß von sich aus, was richtig ist. Aber Layer drüberliegen erzählen andere Geschichten. Das hat oft zu Wut geführt, aus Kontakt gehen, der vermeidende Anteil. Was ist deine Vorgehensweise, dich selbst zu erforschen, wenn du vor Herausforderungen stehst?
Paul (35:02)
Es ist wie der Hinweis von meinem Freund Micha. Erst mal Ruhe reinbringen. Ich kann nicht aus der Anspannung heraus sofort in die Entspannung. Das ist wie wenn du jemandem dreimal sagst, entspann dich, irgendwann ist die Person genervt. So funktioniert es mit dir selbst auch nicht. Aber ich kann mich hinsetzen und sagen: Ich bin gerade todesangespannt. Das Einzige, was ich tun kann, ist der Anspannung zu erlauben, zu gehen oder so lange zu bleiben, wie sie möchte.
Was sehr hilft: Ich bin von wahnsinnig liebevollen Menschen umgeben, die mich in Momenten, wo ich Schwierigkeiten habe, mich selbst anzunehmen, einfach sagen: Hey Paul, das ist okay. Das ist ein Privileg. Das Witzige ist: In den Momenten, in denen sie angespannt sind und ich entspannt, agiere ich genauso. Hey, du bist hier sicher, du brauchst dich nicht zu schämen, wir sind alle Menschen, wir dürfen alle Fehler machen. Aber wenn ich selbst angespannt bin, fällt es mir schwer, mich auszudrücken, ich halte zurück. Wenn ich diese Schiene länger fahre, ohne mich jemandem anzuvertrauen, kommt sehr oft die Reaktion: Paul, warum hast du nichts gesagt?
Paul (38:19)
Ich war einen Sommer mit einem engen Freund auf dem Boom-Festival in Portugal. Sieben Tage. Am fünften oder sechsten Tag bin ich rausgerutscht, wusste nicht, wohin mit mir. Er war so: Hä, sag doch was. In dem Moment habe ich gemerkt, fuck.
Paul (39:04)
Das fällt mir über die Jahre immer wieder auf. Ich kann darüber lachen. In dem einen Moment bin ich der entspannte Mensch in der Begegnung und sage, hey, es ist okay. Im nächsten Moment, wenn ich selbst überfordert bin, geht diese Realität komplett flöten und ich habe Schwierigkeiten, mich anzuvertrauen, weil ich glaube, dass es aus irgendeinem Grund nicht mehr okay ist.
Christian (39:47)
Was ich cool finde: Wir reden über diese Themen, das heißt nicht, dass die Themen weg sind. Das ist eine Illusion, die ich Jahre hatte. Die Intervalle haben sich verändert, es schwankt nicht mehr so stark. Aber es gibt sie weiter. Die Frage ist, wie ist mein Umgang? Manchmal brauchen wir Hilfe von außen. Dafür haben wir Freunde, Familie und Co.
Paul (40:27)
Wir sind soziale Wesen. Ich glaube, Ubuntu kommt aus Südafrika und bedeutet sinngemäß: Ich bin, weil du bist. Wir brauchen nicht nur Beziehungen, wir existieren nur in Beziehung zueinander. Ich gucke in den Spiegel: Ich bin nicht das, ich bin ich. Und in dieser Relation weiß ich überhaupt erst, wer ich bin.
Christian (41:28)
Jeder spiegelt dir Anteile. Auch die schlechten Anteile, die ich in anderen Menschen sehe, sehe ich zu einem gewissen Grad in mir. Manche sind auch gute Erfahrungen, um eine gesunde Grenze zu setzen. Ich frage mich: Was ist meins, wo projiziere ich, wo muss ich für mich eine Grenze setzen? Im Alltag merkt man dann oft, eigentlich hätte ich was sagen können. Das kriegst du nicht weg, das ist Teil des Spiels. Leben gehört nicht dazu, fertig zu werden, sondern ein ständiger Prozess.
Paul (42:25)
Das Leben lässt sich am schönsten leben, je prozessorientierter ich bin. Aus der Bhagavad Gita gibt es ein Zitat, frei übersetzt: Du hast ein Recht auf deine Arbeit, aber kein Recht auf die Ergebnisse deiner Arbeit. Wir alle haben das Recht, unseren Weg zu gehen. Aber wo wir ankommen, steht in den Sternen. Es gibt keine Destination, auf die wir ein Recht hätten.
Christian (43:54)
Das macht den Schwenk zurück zum Beziehungsthema: Was ich tue, tue ich. Aber den Outcome kann ich nicht erwarten. Ich kann die andere Person nicht steuern. Wie finde ich Umgang damit, wenn ich der Meinung bin, dass mein Partner sich unbedingt ändern muss?
Paul (44:31)
Bullshit. Disclaimer: Wir reden über grundsätzlich gesunde, normale Beziehungen, nicht über übergriffige oder gewalttätige. Würdevoll und liebevoll behandelt zu werden ist ein Recht.
Paul (45:14)
Wenn ich den Gedanken habe, mein Partner muss ein anderer sein als er gerade ist, tue ich keinem von beiden einen Gefallen. Ich argumentiere mit der Realität. Die Frage ist: Woher kommt das? Ich habe meine letzte Beziehung lange in eine Richtung geführt, in der ich den Menschen für den geliebt habe, der er ist, und gleichzeitig gab es einen Anteil in mir, der Unvereinbarkeiten gespürt hat, aber nicht den Mut hatte, das anzusprechen oder Konsequenzen zu ziehen. Aus Unsicherheit habe ich gehofft, in Momenten der Überforderung gedacht: Wäre sie jemand anderes, wäre es einfacher. Aber das kommt immer zurück. Mein schönstes Geschenk in Beziehungen heute ist, dass ich Menschen nicht ändern möchte.
Paul (47:16)
Klar, wir entwickeln uns gemeinsam weiter. Es gibt unterschiedliche Bedürfnisse. Aber im Kern ist meine Intention, in jede Beziehung so zu gehen, dass ich der Realität nicht eine Idee überstülpe. Sonst laufe ich frustriert durch das Leben.
Christian (48:23)
Eine Freundin hat das schön gesagt: Wenn du eine Partnerin oder einen Partner suchst, musst du die Person so lieben, wie sie ist. Vom ersten Moment an. Wenn du merkst, da gibt es Sachen, die nicht passen, ist die Frage: Lügst du dich an und machst Kompromisse, weil du es nicht aushältst, alleine zu sein? Versus, du stellst dich der Angst, alleine zu sein, für deine Integrität. Eine andere Freundin hat gesagt: Wenn du ein klares Nein ausstrahlst zu dem, was du nicht willst, macht dich das attraktiver. Warum habe ich so viel Angst vor dem Nein? Das gehört dazu. Das Nein-Sagen hilft dir, zum richtigen Ja zu sagen.
Paul (49:21)
Ein Nein nach außen ist ein Ja zu dir selbst.
Christian (49:28)
Genau, der Satz hat mich auch sehr geprägt.
Paul (49:31)
Wenn ich keinen Tee möchte und Nein sage, werde ich meinem Bedürfnis gerecht.
Christian (49:40)
Ich komme aus der Radical-Honesty-Szene. Es gibt schöne Bücher von Brad Blanton dazu. Ich habe es auch übertrieben damit. Aber wenn man radikal ehrlich kommunizieren kann: Wenn ich abends Freunde da habe und will, dass sie gehen, sage ich, hey, ich möchte, dass ihr jetzt geht. Alle sagen danke und gehen happy. Früher hätte ich stundenlang gesessen und mich geärgert. Wenn jemand das Bedürfnis hat zu bleiben, können wir reden, und ich werde vielleicht trotzdem Nein sagen. Ich muss meine Bedürfnisse wahrnehmen, um eine ehrliche Antwort zu geben.
Christian (50:36)
Ich glaube, auch in den Zeiten, wo ich diese Ressource nicht hatte, habe ich die ehrliche Antwort in mir gespürt. Sie ist immer da. Sie drückt sich vielleicht in Wut oder Trauer aus. Eine große Ressource ist, Zugang zu der Wahrheit wieder zuzulassen.
Paul (50:58)
Manche nennen es Intuition.
Paul (51:03)
Ein Nein und die Grenzen genauso zu feiern wie das Ja und die intimen Momente. Letztes Jahr habe ich das erste Mal in meinem Leben ein Dunkel-Retreat gemacht. Knapp 90 Stunden in einem Kloster bei Wismar. Ich dachte, ich gehe in ein christliches Kloster, war dann aber in einer spirituellen Gemeinschaft mit ihrem eigenen Guru. Ich hatte eine richtig gute Zeit mit mir selbst in diesen 90 Stunden. Die Interaktionen mit den Menschen waren merkwürdig. Ich habe gemerkt, ich gehe morgen ab. Eine Grenze gezogen.
Paul (53:02)
Eine sehr schöne Erkenntnis aus diesen Tagen begleitet mich nach wie vor. Mein Bedürfnis nach Klarheit geht jedem meiner Bedürfnisse nach Intimität und Nähe voran. Erst die Klarheit erlaubt Intimität. Sie ist der Nährboden, das Fundament, auf dem in Beziehung erst Nähe entstehen kann. Klar habe ich Bedürfnisse in einer Beziehung. Aber ich möchte sie nicht erfüllt bekommen, wenn mein Gegenüber nicht aufrichtig Lust hat, sie zu erfüllen.
Ein banales Beispiel: In meinen freundschaftlichen Beziehungen liebe ich Umarmungen. Ich will dir aber keine Umarmung geben oder bekommen, wenn du ein authentisches Nein in dir versteckst. Ich stehe zu mir und meinem Bedürfnis nach Umarmungen, aber du bist nicht der einzige Mensch, von dem ich mir eine wünschen kann. Wenn du aufrichtig Nein sagst, danke ich dir, weil ich mir jemanden suchen kann, mit dem es sich schöner anfühlt. Das Nein fühlt sich oft besser an als eine falsche Umarmung. Das halbe Hoverhand-Ding, wo ihr beide fragt: Was machen wir hier eigentlich?
Christian (55:34)
Einer muss anfangen. Es ist wichtig, unwichtig, welches Geschlecht oder welche Identität. Sprich für dich, sprich klar, was ausgesprochen werden muss. Das ist für alle wichtig.
Paul (55:48)
Wir lernen das alle. Es gibt immer wieder Momente, wo ich gerade zwei Stunden, zwei Tage, manchmal zwei Wochen disconnected bin von mir selbst und Schwierigkeiten habe, meine Bedürfnisse auszudrücken. Dann habe ich Menschen in meinem Leben, die mich auf den Pott setzen und sagen: Was möchtest du gerade?
Christian (56:41)
Als abschließende Frage: Wenn du auf die 25-jährigen Pauls da draußen schaust, die noch auf der Suche nach den Antworten sind, was sie wollen und was sie nicht wollen, was würdest du ihnen mitgeben?
Paul (57:14)
Vielleicht den Kontrast zu den Stimmen aus der Manosphere, Andrew Tate und Konsorten. Ich würde jedem hilfesuchenden jungen Mann wünschen, das Umfeld, die Stärke und das Vertrauen für sich selbst zu finden, das Rollenverständnis, was typisch männlich oder weiblich ist, einmal über Bord zu schmeißen. Wirklich für sich herauszufinden, wo auf diesem Spektrum innerer Erfahrungen ich mich am wohlsten fühle. Emotionalität wird mit Schwäche gleichgesetzt, wenn du ein Mann bist. Diese Qualitäten abseits von männlich oder weiblich. All diese limitierenden Rahmen einmal über Bord zu werfen und zu fragen: Wer bin ich abseits dieser Konzepte?
Paul (58:57)
Eine meiner Lieblingsfragen, vor zwei, drei Jahren auf Englisch: Who am I uninterrupted? Ich war damals dabei, für sieben Monate das Land zu verlassen. Eine Frage, die mich in die Stille gezogen hat. Wenn ich nicht von Erwartungen hin und her gerissen bin, keine Verantwortlichkeiten habe, wer bin ich dann, wenn ich nicht im Sein unterbrochen werde? Eine sehr wertvolle Erfahrung, weil ich gemerkt habe, ich wäre auch abseits von dem klassischen Auf-Reise-Bild, jeden Tag meditieren, Sport, Yoga. Ich setze mich morgens hin und warte.
Christian (01:00:18)
Du bist einfach.
Paul (01:00:23)
Irgendwann weiß ich, worauf ich Bock habe. Dieses Vertrauen entsteht nicht sofort. Ich bin dieser Mensch, weil ich viel gemacht habe, große Reisen, besonders intensiv die letzten zehn Jahre. Wir alle machen diese Prozesse Stück für Stück, one step at a time. Ich spreche jedem Menschen zu: Trau dich, diesen einen Schritt mehr zu dir selbst zu gehen, unabhängig davon, dass die erste Resistenz möglicherweise sagt: Nein, das darf nicht sein, das ist uncool. Diesen Bullshit-Talk ablegen und entspannt herauszufinden, wer du eigentlich bist.
Christian (01:01:18)
Das klingt nach einer wunderschönen Abschlussfrage. Wer Interesse hat, kann sich bei dir melden. Alles in der Videobeschreibung. Beim nächsten Mal machen wir weiter. Danke, dass du da warst.
Paul (01:01:24)
Sehr gerne. Vielen Dank, dass du mich hier hattest.