Was braucht dein Körper eigentlich, um zu heilen, und warum überhören ihn so viele Männer, bis er sie zwingt? Nils Heiberg ist Heilpraktiker und arbeitet seit über fünfzehn Jahren auf vielen Ebenen mit Menschen: physiotherapeutisch, osteopathisch, körperpsychotherapeutisch, mit Klang- und Atemarbeit. Christian und er haben sich vor Jahren in der Körperpsychotherapie-Ausbildung kennengelernt. Sein roter Faden: Der Körper ist keine Maschine, die einfach funktionieren muss. Er spricht, wenn du anfängst, ihm zuzuhören.
In dieser achten Episode von Tiefgang sprechen Nils und ich darüber, wie Heilung von innen und außen zusammenhängt, emotional und körperlich. Wie du dein Nervensystem regulieren kannst, was Ernährung und Nahrungsergänzung wirklich bringen und warum Gesundheit kein Optimierungsprojekt ist. Wenn du das Gefühl kennst, nur noch zu funktionieren, ist dieses Gespräch ein guter Einstieg.
Auf einen Blick
Dein Körper ist keine Maschine. Das häufigste Muster, das Nils in der Praxis sieht: Menschen behandeln ihren Körper wie ein Gerät, das funktionieren muss, und ruhen nicht mehr in sich.
Heilung beginnt im Spüren, nicht im Kopf. Wer eine Stille nicht aushält, hält oft das nicht aus, was dann hochkommt. Erst das Lauschen auf den Körper macht tiefere Prozesse möglich.
Das Nervensystem lässt sich konkret regulieren. Tiefes Atmen, freie Bewegung, stimmhafte Töne und Klopfen über den Körper holen dich aus dem Kopf zurück in den Körper.
Ernährung ohne Ideologie. Nils war jahrelang strenger Vegetarier und wurde davon krank. Heute geht es ihm um den Mittelweg: gut essen, bewusst supplementieren, ein Blutbild als Kompass.
Freude ist die eigentliche Medizin. Wer sein Potenzial lebt und Kontrolle abgeben kann, ist gesünder als der, der neurotisch alles richtig machen will.
Worum es in dieser Episode geht
Nils Heiberg begleitet Menschen seit über fünfzehn Jahren körper- und gesundheitsorientiert. Wir steigen damit ein, wie er selbst gesund bleibt: Floaten im Salzwasser, Bewegung, Atemübungen, Zeit in der Natur. Dann kommen wir zu seiner Reise. Eine Thailand-Reise nach der Physiotherapie-Ausbildung hat ihn nachhaltig verändert, danach Jahre des Lernens in Thai-Massage, Osteopathie und Yoga. Aus dem schulmedizinischen Kram wurde ein ganzheitlicher Blick auf Körper, Geist und Seele.
Das zentrale Thema ist der Leistungsanspruch, den so viele an sich tragen. Nils erlebt es täglich in der Praxis: Menschen behandeln ihren Körper wie eine Maschine, die einfach funktionieren soll. Der Ellbogen tut weh, also muss das jetzt weg, weil die Arbeit ja gemacht werden muss. Seine Antwort darauf ist nicht noch mehr Disziplin, sondern das Gegenteil: langsamer werden, in den Körper hineinhorchen, eine Stille aushalten lernen. Mehr über den Leistungsdruck, der Männer antreibt, im verlinkten Artikel.
Im Kontakt mit Männern sehe ich genau das, was Nils beschreibt: Sie sind sehr im Außen orientiert und merken oft gar nicht, was in ihnen vorgeht. Das eigene Innenleben ist fremdes Terrain. Wir reden darüber, wie Trauma in Faszien und Gewebe gespeichert wird, warum Heilung Schicht für Schicht passiert und wie man das Nervensystem ganz praktisch reguliert: mit Atem, Bewegung, Stimme und Klopfen. Wenn Körper und Psyche zusammenhängen, ist der Körper oft der direktere Weg.
Im zweiten Teil geht es um die körperliche Ebene: Ernährung und Nahrungsergänzung. Nils war selbst jahrelang strenger Vegetarier und hat erlebt, wie eine Ideologie über die Gesundheit gehen kann. Heute plädiert er für einen Mittelweg, gegen jede Neurose, ob veganer Idealismus oder Longevity-Optimierung. Am Ende bleibt ein einfacher Satz: Tu das, was dir Freude macht. Das ist keine Floskel, sondern für Nils der Kern von Gesundheit.
Über Nils Heiberg
Nils Heiberg ist Heilpraktiker und Körpertherapeut mit Praxis in Berlin. Er hat 2010 seine Physiotherapie-Ausbildung abgeschlossen und sich seither in Thai-Massage, Osteopathie, Yoga und Körperpsychotherapie weitergebildet. Er arbeitet auf vielen Ebenen mit Menschen, von somatischer Körperarbeit über Atem- und Klangarbeit bis zu Beratung rund um Ernährung und Nahrungsergänzung. Mehr zu seinem Angebot auf nilsheiberg.de.
Themen in dieser Episode
- Wie Nils sich gesund hält: Floaten, Bewegung, Atemübungen und Natur
- Die Reise vom schulmedizinischen Blick zur ganzheitlichen Körperarbeit
- Der Leistungsanspruch: warum so viele ihren Körper wie eine Maschine behandeln
- Faszien, Gewebe und Trauma: warum Heilung Schicht für Schicht geschieht
- Das Nervensystem regulieren mit Atem, Bewegung, Stimme und Klopfen
- Wilhelm Reich und die Wurzeln der Körperpsychotherapie
- Ernährung ohne Ideologie: vom strengen Vegetarismus zum Mittelweg
- Sinnvolle Nahrungsergänzung und das Blutbild als Kompass
- Warum Freude und Loslassen mehr heilen als jede Optimierung
Links und Ressourcen
- Nils Heiberg: Heilpraktiker und Körpertherapeut in Berlin
- Dokumentation „Wer hat Angst vor Wilhelm Reich?“ (im Gespräch erwähnt)
Wenn du merkst, dass du seit Jahren nur funktionierst und deinen Körper überhörst, dann lies auch den Artikel Nervensystem regulieren. Das ist ein guter erster Schritt zurück in den Körper.
Häufig gestellte Fragen
Wie fange ich an, auf meinen Körper zu hören?
Indem du aufhörst, ihn nur als Maschine zu behandeln, die funktionieren muss. Nimm dir jeden Tag kurz Zeit, in den Körper zu spüren statt im Kopf zu bleiben. Tief in den Bauch atmen, dich durchstrecken, mit stimmhafter Ausatmung Töne zulassen. Schon kleine Rituale wie Klopfen über den ganzen Körper helfen, wieder Kontakt aufzunehmen. Der Körper antwortet, wenn du anfängst zu lauschen.
Welche Nahrungsergänzungsmittel sind für die meisten sinnvoll?
Nils nennt im Gespräch ein paar Basics, die bei vielen Großstädtern fehlen: Magnesium, am besten als Komplex, Vitamin D zusammen mit Vitamin K, Omega-3 sowie ein B-Komplex mit Folsäure, B6 und B12. Das ersetzt keine ärztliche Beratung. Ein großes Blutbild gibt dir Klarheit, was dir wirklich fehlt, statt blind zu supplementieren.
Macht mich Selbstoptimierung gesünder?
Nicht zwangsläufig. Nils warnt vor der Neurose, immer alles richtig machen zu wollen. Wer nur seine Supplemente nimmt, Longevity jagt und sich vor allem schützt, kann trotzdem krank werden. Gesundheit entsteht eher dort, wo du dein Potenzial lebst, Freude empfindest und Kontrolle abgeben kannst. Heilung ist kein Optimierungsprojekt.
▶Transkript lesen
Christian (00:01)
Die mentale und körperliche Gesundheit ist das A und das O. Und genau darüber spreche ich heute mit meinem Gast Nils Heiberg, den ich vor vielen Jahren in der Körperpsychotherapie-Ausbildung kennengelernt habe. Schön, dass du heute da bist.
Nils (00:14)
Schön Dich zu sehen. Danke für die Einladung.
Christian (00:16)
Nils, du bist Heilpraktiker schon sehr lange. Neben Körperpsychotherapie arbeitest du auf sehr vielen Ebenen mit Menschen, also physiotherapeutisch, als gelernter Physiotherapeut. Du wendest osteopathische Praktiken an, du machst Klangreisen und vieles, vieles mehr. Das hat mir damals auf jeden Fall eine ganz neue Welt eröffnet, so zu merken, da geht ja viel mehr als nur klassisch schulmedizinische Behandlung. Und dann kommt natürlich noch das ganze Thema Ernährung.
Nahrungsergänzungsmittel, Biohacking und wie das ganze Zeug heißt. Und darüber möchte ich heute mit dir ein bisschen reden, weil ich gemerkt habe, ich kann viel im Inneren tun, aber ich kann meinem Körper auch viel dazu tun, was ihm hilft, zu heilen und sich weiterzuentwickeln. Und da wollte ich einfach mal fragen, wie hältst du dich gerade gesund?
Nils (01:05)
Ja, wie halte ich mich gerade gesund? Gute Frage. Also zurzeit praktiziere ich nicht so viel wie früher Yoga, Kundalini Yoga. Das ist so mein Herzstück, was ich gerne praktiziere. Das mache ich gerade weniger. Dafür gehe ich regelmäßig floaten ins Liquidrom, im Salzwasser. Mit Freunden treffe ich mich da und dann eine Session eins zu eins. Und dann geht es unter Wasser.
Und da wird mit der Hilfe des Elementes Wasser und auch mit Musik, die unter Wasser ausgestrahlt wird, kommt man in eine tiefe Entspannung rein. Also es ist im Endeffekt wie eine Meditation, eine Massage im Wasser. Aquatic Bodywork nennen das manche, zu Neudeutsch. Es gibt ja viele Strömungen. Und das inspiriert mich sehr, weil so viele Möglichkeiten im Wasser sind, so viele Bewegungsrichtungen.
Das ist sehr nährend und bewegt sehr viel Energie. Also Qi, Prana, wie man es auch nennen mag, je nach Kultur. Du weißt, was ich meine. Das ist einfach sehr erfrischend und auch so einfach. Also was mir an der Arbeit im Wasser gefällt, ist, dass es so anstrengungslos ist. Es ist einfach so ein Flow, dem man folgen kann. Das Wasser entscheidet ein bisschen, wo die nächste Richtung hingeht.
Optimaler wäre natürlich, wenn man noch Wellen hätte. Dann würden die Wellen, die Strömungen entscheiden, was passiert. Dann ist es wie ein Tanz mit dem Wasser, mit dem Gewebe der Person, die du behandelst. Also das mache ich tatsächlich gerade fast wöchentlich, wenn ich es kann. Und das ist ja rein privat, eins zu eins, so eine Session mit Freunden. Das mache ich, und ansonsten gehe ich gerne zum heißen Yoga. Das hat so eine Detox-Wirkung.
Christian (02:56)
Das ist Hot Yoga.
Nils (02:57)
Hot Yoga, das ist ja auch schon ziemlich bekannt. Gibt es ja mehrere Studios in Berlin und da bin ich sehr gerne unterwegs, weil es mich entgiftet, entschlackt halt durch das Durchbewegen, gleichzeitig mit der Hitze, und dann wird alles rausgepresst aus dem Körper. Für das Prana, für das Chi ist das gar nicht so gut. Das steht auch in der Hatha-Yoga Pradipika, in den alten Texten der Yogaschriften, dass man eigentlich nicht in der Sonne praktizieren soll, sprich nicht in Hitze.
Und das ist tatsächlich ein Kritikpunkt, wo ich selber auch merke, wenn ich nur das praktizieren würde, dann würde es mir nicht gut tun. Ich mache es trotzdem, gerade im Winter, weil ich jemand bin, der gerne Wärme hat. Im Winter ist es kalt, dann gehe ich da rein und dann wird man schön weich in den Gelenken und praktiziert. Es ist wie ein Detox mit einem Yoga-Workout, aber es ist kein spirituelles Yoga für mich.
Es ist nicht so, wo ich Pranayama mache, Atemübungen, das ist eher für körperliche Fitness. Aber natürlich, Körper, Geist, Seele hängt alles zusammen, und das mache ich gerne. Ansonsten mache ich Atemübungen vom Kundalini Yoga, die mir sehr gut tun, das ist so Kumbhaka, das sind Übungen, wo man den Atem zurückhält. Man hält den Atem an, entweder mit voller Lunge oder mit leerer Lunge, und das ist auch gut, den Geist abzuschalten.
Gedanken frei zu werden für die Meditation. Das ist auch eine gute Kombination dafür. Ja, ansonsten versuche ich viel in die Natur zu gehen, mich fit zu halten mit Natur. Das ist ja auch fast schon ein Trend geworden, kann man sagen.
Christian (04:37)
Waldbaden und sowas. Gibt es ja für alles jetzt Fancy-Wörter.
Nils (04:40)
Genau, das tue ich auch regelmäßig, dass ich fast wöchentlich aus Berlin rausgehe.
Christian (04:47)
Also was ich jetzt so höre, sind ganz viele verschiedene Sachen. Du hast davon gesprochen, die Arbeit mit dem Gewebe, den Geist freischalten, das Entschlacken, die Natur, die Atmung. Es sind ja quasi ganz viele Ebenen des gesamten Körpers, die du gerade ansprichst. Und meine Frage ist, wie hat das bei dir überhaupt angefangen, diese Reise, genau diese verschiedenen Ebenen anzuschauen?
Weil sie haben dich ja dazu gebracht, dass du sagst, hey, ich habe da für mich ein Konzept oder eine Routine, die meinen Geist, meinen Körper sauber hält, wenn ich es mal so nennen darf. So, wie kam es dazu? Wie bist du auf die Reise gekommen?
Nils (05:23)
Das hat eigentlich schon 2010 angefangen. 2010 habe ich die Ausbildung Physiotherapie fertig gemacht in Berlin-Kreuzberg. Und da war ganz klar, es interessierten mich schon Themen wie Meditation und Yoga die ganze Zeit. Nur es war keine Zeit in der Ausbildung. Ich musste diesen schulmedizinischen Kram lernen, der auch wichtig ist natürlich, aber auch nicht alles ist.
Da hat es mich dann angefangen zu interessieren, und da kam diese Reise nach Thailand 2010, kurz nach der Physiotherapie-Ausbildung. Da hat mich ein Freund gefragt, ey, hast du nicht Lust mitzukommen, der auch die Ausbildung gemacht hat, einfach mal kurz Urlaub machen und Thai Massage lernen. Und dann meinte ich, ja, ich bin dabei. Und diese Reise hat mich wirklich nachhaltig verändert. Da bin ich durch mehrere Wochen Thai-Massage-Kurse durch.
Darmreinigungskuren und Ernährungsumstellung und viel Sonne. Und durch die Thai-Massage wird ja viel auf dem Energiesystem, auf den Meridianen rumgedrückt und dadurch Blockaden gelöst. Und ich bin wirklich als anderer Mensch wiedergekommen. Ich hatte damals lange Haare, lange Dreadlocks, und habe sofort intuitiv gespürt, als ich zurückkam, die passen nicht mehr zu mir, müssen weg. Und dann habe ich die abgeschnitten. Und ja, da habe ich tatsächlich auch das erste Mal Meditation praktiziert.
Ohne es intentionsmäßig zu wollen, sondern es hat sich als natürlicher Zustand eingestellt, wenn ich zum Beispiel nach Hause gekommen bin, dass ich mich kurz hingesetzt habe und in Stille gewesen bin. Tief atmen und so. Das war wirklich ein sehr einschlägiges Erlebnis, das mich sehr verändert hat. Und danach habe ich viele Ausbildungen, Weiterbildungen gemacht.
Viel zu viel, um es jetzt erzählen zu können. Also Thai-Massage und Osteopathie habe ich dann viele Jahre weiter studiert, hier in Europa und auch wieder nach Thailand gereist. Und das hat meinen Weg sehr geprägt. Und Yoga natürlich auch, die Yoga-Lehrerausbildung habe ich 2012 gemacht. Und das hat auch viel gemacht, wie man selber sein Prana kultivieren und lenken kann.
Nils (07:40)
Wer die Energie lenkt, der lenkt auch seine Gedanken.
Christian (07:43)
Energie folgt ja der Aufmerksamkeit. Wie ist es denn gerade so in der Praxis? Du arbeitest ja selber in der Praxis und hast schon Tausende von Menschen behandelt. Was würdest du sagen, ist gerade in der heutigen Zeit das häufigste Problem, das die meisten Menschen haben? Und ich rede nicht vom Symptom. Teil gerne die Symptome, aber mich würde auch interessieren, was geht da eigentlich in vielen Menschen vor? Der durchschnittliche Mensch, der zu dir kommt, mit was kommt der so an?
Nils (08:13)
Das ist eine sehr gute Frage, sehr umfangreich. Und klar, die Leute können diese oder jene Symptome haben, wenn sie kommen. Aber oft ist es ja so, dass jemand sagt, er hat dieses und jenes, und einfach die Präsenz und die Ausstrahlung einer Person hinterlässt einen Abdruck. Die Intuition. Und wenn man dem mehr folgt, dann hört man auch hinter den gesprochenen Worten das eigentliche Problem.
Was viele Leute teilen, auch ich selber habe dieses Problem, ist, dass man diesen Leistungsanspruch an sich hat in der heutigen Gesellschaft. Also der Körper, gerade in der Physiotherapie, wird so behandelt, als ob du eine Maschine bist und einfach nur funktionierst. Man kann auch Doppelbehandlungen machen, sich das verordnen lassen vom Arzt. Also man kann da schon intervenieren, dass es ein bisschen längere Behandlungen sind, oder selber dazuzahlen, oder zum Osteopathen gehen.
Christian (08:59)
20 Minuten Behandlung ist ja der Standard so.
Nils (09:12)
Das geht auch. Dann hat man längere Behandlungszeit, oder Privatzahler sowieso. Da sind schon bessere Effekte. So grundsätzlich dieser Stress in der Stadt. Ich arbeite ja in Berlin zurzeit, und die Leute ruhen nicht mehr in sich. Und ich kenne das selber auch von mir. Man ist im Kopf die ganze Zeit, und man hat diesen Leistungsanspruch. Der Körper funktioniert. Und wenn er nicht funktioniert, wenn der Ellbogen zum Beispiel wehtut, wenn ich einen Tennisarm habe, dann muss das jetzt weg.
Weil, das muss ja funktionieren für meine Arbeit, weil die Arbeit muss man ja machen. So robotermäßig. Das kennt man sehr gut von einem selber auch. Und das ist wie so ein roter Faden, wo ich merke, dass das sehr häufig ist, dass die Leute nicht akzeptieren können, dass der Körper mal eine Auszeit braucht. Und da sehe ich meine Aufgabe und meine Kompetenz, den Leuten zu sagen, ey, shanti shanti, mach mal tranquilo. Hör mal auf dich.
Christian (09:48)
Das kennt man ja sehr gut.
Nils (10:11)
Lass dich mal länger krankschreiben, ist ein häufiger Spruch von mir zu Leuten. Viele Leute kommen gar nicht darauf, oder manche haben ein schlechtes Gewissen, warum auch immer, sich länger krankschreiben zu lassen. Wahrscheinlich wegen einer Selbstwert-Leistungsgesellschaft. Und das ist sehr spannend zu sehen, weil das sehr häufig ist. Und da versuche ich den Leuten zu sagen, auch nicht den Anspruch zu haben, dass es so sein muss wie vorher.
Denn alles verändert sich, und der Körper wird nun mal älter. Und man kann es optimieren, dass man länger gesünder lebt, aber dafür muss man auch was tun. Das ist nicht nur eine geistige Einstellung, man muss auch von außen Dinge dazufügen. Ja, da ist es ganz oft, dass ich die Leute eher bremse und sage, ey, mach mal langsam. Hier spielt die Musik im Körper, und nicht so im Außen, in den Gedanken sich verlieren, sondern wirklich reinhorchen, spüren.
In den Körper hineinhorchen, das mache ich ja auch während der Behandlung. Ich höre, was der Körper sagt, und dann gibt das Gewebe eine Antwort. Wenn jemand sich auf so eine tiefere Ebene einlassen kann, dann passieren auch viel tiefere Prozesse als bei jemandem, der nur reden kann die ganze Zeit und nicht mal eine Stille aushalten kann. Dann ist nämlich das sein Problem. Er kann nicht mal die Stille aushalten, weil er nicht aushält, was dann hochkommt.
Christian (11:33)
Das ist eigentlich schon der Kern. Ich meine, wir kommen ja beide aus der Körperpsychotherapie-Ebene unter anderem. Und ich finde es gerade spannend, dass du sagst, du sprichst mit dem Körper, und die Gewebe, Muskeln, Knochen geben dir eine Antwort. Das klingt erstmal total banal, aber ich sag mal so, ich drücke irgendwo und die Person gegenüber reagiert, in welcher Form auch immer. Oder wenn es nur Muskelspannungen sind, die du dann fühlen kannst. Das heißt, es passiert de facto etwas in mir.
Im Kontakt, sowohl mit mir selber als auch durch die Berührung von dir. Und da stelle ich mir gerade die Frage, wenn du da in so einem Körper drin bist, sage ich jetzt mal vorsichtig, was ist denn da so häufig im Menschen? Merkst du, dass das eher Verspannungen sind oder Verklebungen oder Fehlstellungen? Also was ist da gerade das, was am meisten ansteht?
Nils (12:28)
Ja, das ist natürlich immer die Frage der Herangehensweise in der Physiotherapie-Praxis. Wenn Leute nicht wissen, dass ich auch Körperpsychotherapie mache, oder nicht offen dafür sind, dann arbeite ich natürlich mehr auf so einer somatischen, körperlichen Ebene, ohne jetzt in die Psyche reinzugehen. Natürlich biete ich es aber an, weil es ja meine Pflicht ist, das, was ich gelernt habe, wenigstens anzubieten. Und wenn der Rahmen dafür gehalten wird.
Dass es für beide Seiten okay ist und die Person sich fallen lassen kann, dann kann ich auch tiefere emotionale Ebenen ansprechen. Aber natürlich greift das immer ineinander. Körper, Geist und Seele sind eine Einheit. Und deswegen ist Körperpsychotherapie, wo wir uns ja kennengelernt haben, einfach eine wichtige Brücke dazu, weil viele Leute von sich dissoziiert sind. So wie ein Roboter funktionieren, hatte ich ja schon gesagt. Und diese Verklebung.
Da sind in den Faszien zum Beispiel Muskelhüllen, Faszien und Organhüllen, die den ganzen Körper miteinander verbinden, aber auch gleichzeitig voneinander trennen. Was hat die Seele anders für eine Möglichkeit, als sich körperlich auszudrücken? Wir sind hier in 3D zwischen Himmel und Erde. Das ist die einzige Möglichkeit, sich durch den Körper zu erfahren. Und deswegen machen wir diese Erfahrung im Körper, und Traumata werden in den Faszien, in den Geweben, in den Muskeln gespeichert.
Und man kann das aber wieder auflösen, zu einem gewissen Grad natürlich. Das weiß man vielleicht auch noch aus der Ausbildung, das ist dann Schicht für Schicht. Also so ein Zwiebelschichtmodell kann man sich gut vorstellen. Bei jemandem, der schwer traumatisiert ist, könnte man ja nicht alles auf einmal triggern. Dann kommt er nicht mehr klar und dissoziiert noch mehr von sich. Das geht ja natürlich nicht.
Christian (14:20)
Das ist eher retraumatisierend als heilend.
Nils (14:22)
Genau, deswegen muss man dem Prozess vertrauen, dass das, was passiert, immer das Richtige ist, und sich hingeben. Hingabe, wie auch immer, ob man an Gott glaubt oder einfach an eine Energie, die alles zusammenhält. Und das hilft sehr in der Praxis, wenn jemand sich hingibt. Da muss ein Vertrauen da sein zwischen Klient und Therapeut.
Es muss einfach eine Vertrauensbasis sein. Das heißt, wenn jemand das erste Mal kommt und man bietet gleich so eine Ebene an, auch emotional, traumatisch zu arbeiten, dann schreckt man die Leute eher ab. Außer die Leute haben schon viel Erfahrung in diesem Bereich und können sich fallen lassen. Es kommt auch mal vor, dass jemand wirklich nur körperliche Probleme hat. Hat Rückenleiden, untere Rückenschmerzen, man arbeitet am Psoasmuskel, da ist bestimmt auch noch tief im Becken drin ein Muskel, ein Traumamuskel und ...
Christian (15:12)
Ja, gerade.
Nils (15:20)
Da fängt die Person an zu weinen. Und wenn die Person das nicht weiß, dann kann das überwältigend sein, dann muss man natürlich aufklären. Und was sehr vernachlässigt wird, finde ich, in der Physiotherapie heutzutage, also viele Kollegen, wie ich das mitbekomme, beziehen die Atmung nicht mehr bewusst mit ein. Vor allen Dingen Atemtherapie gibt es auch in der Physiotherapie. Bewusst tief atmen, Bauchatmung oder vollständige Atmung, das gibt es auch. Aber.
Was wir in der Körperpsychotherapie haben, auch diese Atmung, Bewegung, Stimmausdruck. Stimmausdruck. Man seufzt, man stöhnt. Das macht einen ganz großen Unterschied, sich zu erlauben, so wie man ist, auch in der Therapie. Sich gehen zu lassen, mal zu schreien, mal lustvoll zu stöhnen. Wer macht das denn heute schon in der U-Bahn?
Christian (16:14)
Wenn ich an der Bushaltestelle stehe und anfange, mein Becken vor- und zurückzubewegen, dann rufen die Leute die Polizei. So nach dem Motto, hat mein Ausbilder damals immer gesagt. Aber irgendwie gehört es auch einfach dazu, weil wir haben ein Becken und es will benutzt werden. Wenn ich den ganzen Tag nur gerade stehe wie ein Soldat, dann brauche ich mich nicht zu wundern, wenn irgendwann die Sachen einfach einrasten. Und was mich noch interessiert, ist, das Ganzheitliche ist ja wieder das, was du beschreibst. Und es gibt natürlich viele Menschen, die das auch erstmal abschreckt.
Was ich gerade so mitkriege, ist, dass das ganze Thema Nervensystemregulation, Gott sei Dank, endlich mal zum Thema wird. Und das hängt ja zwangsläufig auch mit traumatischen Ereignissen zusammen, in welcher Form auch immer. Auch da erstmal, was ist denn eine traumatische Erfahrung? Das muss nicht zwangsläufig ein Unfall sein oder ein Raubüberfall. Das kann auch schon als Kind sein, immer wieder gesagt zu bekommen, beim Reden halt die Schnauze. Ich mache dir gerne dieses Beispiel.
Das speichert sich trotzdem irgendwo im Körper ab und wirkt sich aufs Nervensystem aus. Was ist denn da jetzt deine Herangehensweise, für dich selber, aber auch für deine Klienten, wenn es darum geht, das Nervensystem mal zu regulieren? Weil du auch sagtest, viele können sich gar nicht spüren, weil sie sehr dissoziiert von sich selbst sind. Wo fange ich da an?
Nils (17:33)
Da fängt man mit sich selbst an. Das, was du mich am Anfang gefragt hast, was tue ich für mich selbst? Das ist immer wieder, jeder Tag ist anders, jeder Tag ist ein neuer Akt quasi, eine neue Chance auf der Welt. Auch ich bin auch mal dissoziiert, auch morgens bin ich mal schlecht drauf. Und gerade dann, wenn es eigentlich gut geht, und gerade dann, wenn man wenig Zeit hat, ist es wichtig, Sachen für sich zu machen.
Das mache ich sowohl mit den Klienten oder Patienten als auch mit mir selber, dass ich in den Körper reinkomme, mich durchstretche und eine kleine Session mache, Yoga, mich strecke, und dann aber mit stimmhafter Ausatmung spontane Töne zulasse, oder eine Klopfakupressur, rhythmisch über den gesamten Körper mit leicht offener Faust abklopfen. Das hilft wirklich Wunder manchmal. Aus der Kinesiologie gibt es bestimmte Meridiane, die man reiben kann, Punkte.
Christian (18:35)
Kannst du uns da einen zeigen?
Nils (18:37)
Es gibt zum Beispiel die drei Ebenen anzuschalten. Das ist das Gouverneursgefäß und das Zentralgefäß. Das ist einmal hier und hier. Die kann man so reiben, und den Bauchnabel so reiben. Das macht man, und dann wechselt man die Hände, wenn es anstrengend wird. Das kann man machen.
Christian (18:59)
Und das sorgt schon dafür, dass sich das Nervensystem anfängt zu entspannen.
Nils (19:03)
Genau, wenn wir jetzt dabei bleiben, das ist jetzt eine Ebene, ja? Und wenn du die andere Ebene noch anschaltest, dann musst du hier unter dem Schlüsselbein reiben. Und dann hier, Bauchnabel wieder. Und dann das Gleiche am Kreuzbein reiben und am Bauchnabel. Da hast du die drei Ebenen angeschaltet, und das ist schon mal ein großer Unterschied. Wenn du jetzt eine Übung davon machst, hast du auch schon einen Effekt. Aber besser sind diese drei Ebenen. Also ich merke da immer einen sehr großen Unterschied.
Christian (19:27)
Mehr als gar nichts.
Nils (19:33)
Oder einfach sich mit Musik bewegen, frei bewegen, schütteln, Geräusche machen. Es gibt auch Osho-Meditationen, das gibt es ja schon seit Jahrzehnten. Das sind wirklich altbewährte Methoden. Eigentlich hat Osho die Sachen von Wilhelm Reich, also dem Vater der Körperpsychotherapie, finde ich, weiterentwickelt. Beziehungsweise noch mehr Leuten zugänglich gemacht durch diese sexuelle Revolution. Und es ist vielen Leuten gar nicht bewusst, glaube ich, dass durch Wilhelm Reich.
Durch seine Arbeit, die er geleistet hat, und seine Forschung am Körper, an der Seele des Menschen und auch an der Sexualität, an der Sexualenergie, eigentlich sehr viel zu verdanken ist, was wir heute etabliert haben an Gleichberechtigung von Mann und Frau und so weiter.
Christian (20:19)
Er wurde ja auch von den Nazis dafür verfolgt. Genau, er musste aus Deutschland fliehen. Es gibt eine schöne Dokumentation auf YouTube, die verlinken wir auch in der Videobeschreibung. Die heißt „Wer hat Angst vor Wilhelm Reich?“
Nils (20:30)
Und der Film „Der Fall Wilhelm Reich“. Das ist ein Spielfilm.
Christian (20:35)
Okay, da haben wir schon zwei Quellen, die sehr interessant sind. Das hat mir damals auch wirklich sehr die Augen geöffnet. Die ganze Forschung, die dahintersteckt, das ist ja nicht einfach nur so dahingesprochen, sondern da steckt viel Arbeit, viel Beobachtung und auch viele Experimente dahinter, zu schauen, was zeichnet mich als Mensch aus. Und da spielt natürlich die Sexualität und das Körperliche eine riesengroße Rolle. Wie ist es denn, wenn wir das Ganze jetzt mal nehmen? Wir haben jetzt schon ein großes Paket.
Nils (20:58)
Ja.
Christian (21:04)
Wie sieht es denn da noch mit Ernährung aus?
Nils (21:08)
Ernährung, ja, das ist halt die körperliche, materielle Ebene, die auch wichtig ist. Und ich persönlich habe das mal, ich will nicht sagen vernachlässigt, aber ich war ideologisch geprägt durch einen strengen Vegetarismus oder sogar Veganismus mal. Und das ist schon lange her, sehr lange her. Und ich merke jetzt, das ist im Hier und Jetzt oft da, wo ich auch arbeite, in der Mitte von Berlin.
Viele Leute mit denselben Ansätzen wie ich, Vegetarismus, Veganismus, rettet die Welt. Das ist ja ein hohes Ziel, und es ist ja auch ein gutes Ziel. Nur ich glaube, der Weg ist falsch, wenn man sich selber vernachlässigt und krank wird deswegen. Und das habe ich bemerkt, ist auch oft ein Thema in der Praxis. Junge Leute, oft junge Frauen mehr als Männer, die strenge Vegetarierinnen sind und nicht substituieren.
Bestimmte Sachen wie B12 oder Kollagen, dass die langsam leerlaufen. Generell Ernährung, das brauche ich niemandem zu erzählen, es ist immer das Gleiche, es ist sehr einfach. Was sind wirklich die Basics? Das sind frische Luft, Bewegung, gute Ernährung. Aber was ist gute Ernährung? Und Wasser natürlich, das ist nochmal ein anderes Thema. Aber bleiben wir bei Ernährung. Ernährung, so wie sie uns in der Schule gelehrt wurde, das wissen jetzt auch schon viele mittlerweile.
Das ist Nonsens. Diese Ernährungspyramide müsste eigentlich anders aussehen. Aber das ist auch, glaube ich, ein anderes Thema. Das schaffen wir gar nicht alles hier zu besprechen.
Christian (22:44)
Ich frage mich, was ist das Resultat davon, das du jetzt für dich siehst?
Nils (22:46)
Für mich ist das Resultat, dass man, wenn man in seiner eigenen Ideologie gefangen ist, auch tatsächlich krank werden kann. Bandscheibenleiden zum Beispiel. Also Kollagen, alles ist aus Kollagen. Der ganze Körper, habe ich ja schon vorhin gesagt. Alles, was zusammengehalten wird, die Faszien, die Ligamente, die die Gelenke zusammenhalten, und auch die Gelenkflüssigkeit beziehungsweise.
Der Knorpel in den Gelenken. Das ist ja alles mit Kollagen, verschiedene Arten von Kollagen, Strukturproteine. Wenn die nicht dazugefüttert werden, dann fehlen die. Und natürlich kann man das heutzutage auch aus veganen Quellen substituieren. Es gibt super Präparate. Aber am einfachsten ist es aus tierischen Produkten. Und das wollen viele Leute nicht, was ich auch voll verstehen kann. Aber dann sollte man es wenigstens substituieren.
Warum den schweren Weg nehmen, wenn es auch einfacher aufzunehmen ist. Für mich gehört das dazu, mittlerweile wieder Fleisch zu essen. Ich mache das bewusst, oder Fisch für Omega-3, aber ich mache das so bewusst, dass es wirklich aus ausgewählter Tierhaltung ist, guter Tierhaltung. Muss nicht unbedingt bio sein, aber es muss wirklich einen hohen Standard haben. Das ist sehr wichtig.
Christian (24:01)
Wir hatten vor ein paar Episoden erst den Björn hier, der selber jahrelang Veganer war und ganz viele körperliche Symptome beschrieben hat. Nachdem er umgestellt hat, also er ist sehr extrem, er ist vom Veganismus zu Carnivore geworden, hat sich spannenderweise sein gesundheitlicher Zustand massiv verbessert. Von Haarausfall, Schuppenflechte, Energielosigkeit, das ging alles schlagartig weg, nachdem es wieder auf die tierische Ebene ging. Und wie du sagst.
Er war sehr idealistisch, lange, und ist dem Veganismus verfallen. Und was ich mit sehr vielen Menschen immer wieder im Gespräch merke, ist, dass sich da gerade auch wieder etwas ändert. Und wie gesagt, ich propagiere keine Ernährungsform, das muss jeder für sich selber entscheiden. Ich kann nur für mich sagen, Fleisch gehört auf jeden Fall dazu. Halt kein Billigfleisch für zwei Euro, sondern man schaut, dass man im Supermarkt das Bessere kauft.
Nils (24:48)
Ja, genau.
Nils (24:55)
Ja, wie du sagst.
Christian (24:56)
Oder von der Heide. Gibt ja auch genug Weideschussfleisch. Das ist natürlich eine Ecke teurer. Aber da kriegst du halt, glaube ich, mit Abstand den höchsten Standard.
Nils (25:04)
Also muss jeder selber entscheiden, wie du schon sagst, letztendlich wie er sich ernähren möchte. Man kann nur mit Beispiel vorangehen, und ich glaube schon, dass es gut ist, mehrheitlich vegetarisch zu leben und dann bewusst Produkte zu nehmen, für Proteine zum Beispiel. Oder auch eine Zeit lang vegetarisch zu leben kann sehr gut sein zur Entgiftung. Gerade wenn man Probleme mit den Blutfettwerten hat, ist vegan in der Zeit dann sogar ganz gut. Aber langfristig all die Sachen, die die Natur uns gibt.
Wir kommen ja nicht aus der Retorte, wir kommen aus der Natur. Man muss überlegen, wie haben die Leute früher gelebt, vor Tausenden von Jahren? Vegetarier, das gab es da gar nicht. Hat man vielleicht aus gesundheitlichen Gründen gemacht, weil irgendwas war. Aber ansonsten ist niemand freiwillig Vegetarier gewesen.
Christian (25:51)
Die Tiere wurden geschossen. Genauso wie der Löwe auf die Jagd geht, haben das die Menschen früher auch gemacht.
Nils (25:56)
Genau. Deswegen, es gehört einfach dazu, Leben und Tod. Man muss, wenn man leben will, auch töten. Und auch eine Pflanze hat ein Nervensystem im weitesten Sinne, hat man herausgefunden. Es ist nicht im Detail klar, wie weit das geht in der Wissenschaft, aber trotzdem wissen wir, dass die auch auf Musik reagieren zum Beispiel. Also das ist die Frage, wo fangen wir da an? Und ich denke einfach, es ist wichtig, sich bewusst zu entscheiden.
Um es einfach noch mal abzuschließen: Für mich ist wichtig, ich stelle mein eigenes Wohl nicht mehr über das Tierwohl, sondern ich möchte, dass es mir gut geht, dass ich lange gesund und munter bin, und dafür nutze ich auch tierische Produkte, das nehme ich in Kauf. Und alles andere muss man dann selber gucken. Und um es jetzt noch mal abschließend zu sagen, das ist sehr wichtig, wenn jemand jahrelang Proteinmangel hat, und es gibt.
Du kennst bestimmt diese Veganer, die sehr blass aussehen, Augenringe haben und fast schon neurotisch sind mit ihrem Verhalten, was sie machen können und was nicht. In ganzen Zwängen drin sind. Das können aber auch die Longevity-Leute sein, die immer alles optimieren wollen. Die möglichst noch einen Kick Sauerstoff oder noch eine Infusion haben wollen. Ist alles neurotisch. Also, wo ist da ein Mittelweg? Der ist eigentlich der beste Weg. Folge deinem Gefühl. Ich habe Phasen, wo ich mehr Fleisch esse, ich habe Phasen, wo ich fast gar kein Fleisch esse.
Gar nicht. Und da folge ich meinem Gefühl. Man muss sich einfach bewusst sein, wenn dem Körper etwas fehlt, wie Strukturproteine, also Kollagen zum Beispiel, und das über Jahrzehnte, was wird denn passieren? Wenn dem Körper das fehlt, baut er es ab und frisst sich selber auf. Das heißt, die Leber wird kleiner. Und das wollen viele strenge Vegetarier nicht wahrhaben, wenn sie es nicht substituieren. Sie können es vegan substituieren, es gibt es zum Glück.
Carnitin zum Beispiel kann man nehmen, eine Aminosäure. Das hilft auf jeden Fall, aber auch noch andere Sachen, die man nehmen müsste. Und das ist schon, finde ich, da wird es dann gefährlich, wenn die Ideologie über deine Gesundheit geht.
Christian (28:06)
Da stelle ich mir gerade die Frage, mal unabhängig von der Ideologie, du hast ja für dich auch entdeckt, dass es ein gewisses Set an Substitutionen gibt, die dir guttun. Ich zum Beispiel, Vitamin D geht immer, gerade hier im Berliner Winter. Phasenweise Magnesium, vor allem vorm Schlafengehen, top, wenn man hochwertiges Magnesium hat, und vieles mehr. Was würdest du denn als Experte dem Durchschnittsbürger empfehlen? Was sind die häufigsten Mangelerscheinungen, die schon gut was lösen können, wenn ich anfange zu substituieren?
Nils (28:38)
Grundsätzlich haben die meisten Leute eigentlich einen Mangel. Wir leben ja nicht mehr natürlich. Das heißt, wir essen keine Wildkräuter. Und dadurch essen wir halt gezüchtetes Essen. Nicht nur, dass die Tiere gezüchtet sind, sondern auch die Pflanzen. Die Böden sind ausgelaugt, und es sieht nicht so aus, dass es besser wird. Außer es wird mal politisch was gemacht und Permakultur verordnet.
Dass es einfach eine Kreislaufwirtschaft mit der Natur ist und kein Raubbau an der Natur. Und da sehe ich wirklich den entscheidenden Punkt. Die Rettung für die Welt sehe ich eher dort als im Verzicht auf Tierfleisch. Denn wir brauchen die Tiere, es ist ein Ökosystem. Und da gibt es auch Ansätze, die wirklich eine Permakultur aufbauen, wo Mensch, Pflanze, Tier heil sind. Die Tiere gehören dazu durch den Dung.
Dadurch, dass sie alles platt treten. In Sibirien zum Beispiel wird der Permafrostboden so kalt gehalten. Die Tiere haben eine sehr wichtige Daseinsberechtigung. Natürlich sind sie nicht nur Nahrungsquelle für die Menschen, aber trotzdem ist es eine Symbiose. Das war schon immer so. Wenn das die Massentierhaltung ist, da haben die Veganer wirklich recht, die macht die Welt kaputt. Ich bin jetzt ein bisschen vom Thema abgeschweift, aber das ist trotzdem wichtig, finde ich, dass da wirklich ein.
Ganzheitliche ökologische Kreislaufwirtschaft, Permakultur als Stichwort, mit Pflanze, Mensch, Tier, da kann man eine Heilung bringen, die nicht profitmaximierungsorientiert ist, sondern wirklich auf das Wohl aller, Mensch, Pflanze und Tier. Das wäre mal wirklich ein parteipolitisches Programm, das mich auch interessieren würde. Aber leider gibt es da nicht wirklich hundertprozentige Interessen, wie ich gerade sehe. Und jetzt nochmal zu dem Punkt.
Nährstoffmangel. Also dadurch, dass die Böden ausgelaugt sind und wir nicht unseren eigenen guten Dung haben aus dem Garten. Ich kenne wirklich nur eine Familie in meinem Freundeskreis, denen ich das wirklich abkaufe, dass sie sich ausgewogen ernähren ohne Nahrungsergänzungsmittel. Die machen auch wirklich alles selber. Die bauen selber an, bis auf Körner. Körner machen sie nicht, weil das einfach riesige Hektar braucht. Mit sechs Kindern schaffst du das nicht. Aber Hut ab. Und die haben auch keinen Mangel. Wenn die zum Bluttest gehen.
Nils (31:03)
Die Ärzte sind wirklich immer überrascht darüber, was für gute Blutwerte die haben. Und die holen sich wirklich alles aus dem Garten, oder einmal im Vierteljahr wird ein Wildschwein vom Förster geholt. Oder sie haben selber eine Laufente, die zu alt geworden ist, dann wird die halt genommen. Also die verarbeiten wirklich alles. Und denen kaufe ich das ab, dass die nichts brauchen. Aber ein Großstädter, ein normaler Großstädter, hat in der Regel schon häufig Mangelzustände. Und dadurch, dass du älter wirst, ne?
Dann brauchst du auch noch mehr, plus dass deine Depots immer kleiner werden, weil die Böden immer mehr auslaugen. Deswegen macht es schon Sinn. Eine Frage, was würde ich jetzt empfehlen? Also was ich selber nehme, ist Magnesium regelmäßig, nach Möglichkeit Magnesium-Komplex, weil du dadurch die Möglichkeit hast, jeder Körper ist ein bisschen anders, dass du das Magnesium besser aufnehmen kannst. Weil manche Stoffwechseltypen nehmen mehr das Citrat auf, andere mehr das Glycinat.
Dann ist so ein Komplex immer auf der sicheren Seite. Das würde ich empfehlen. Dann ganz wichtig, was du sagst, Vitamin D und Vitamin K, weil die sich ergänzen. Das ist immer ganz wichtig. Mittlerweile hat sich das so etabliert, und das ist auch gut so. Dann würde ich Omega-3 empfehlen. Da muss man selber entscheiden, vegan oder nicht vegan. Denn wenn es nicht vegan ist, dann aber auf gute Quellen achten.
Christian (32:10)
Das ist ja meistens immer im Doppelpack.
Nils (32:29)
Schwermetallbelastung, weil Schwermetalle werden im Fett gespeichert, und wenn die Fische nicht sauber gefischt worden sind, aus nicht sauberen Gewässern, ist eine sehr hohe Quecksilberkonzentration, Schwermetallkonzentration da. Da nehme ich tatsächlich auch lieber regelmäßig ein veganes Omega-3, von Sunday zum Beispiel, mein Partner. Das ist super, das hat auch alles drin. Trotzdem esse ich auch mal Fisch, um da wirklich mal alles zu bekommen.
Christian (32:57)
Man muss ja auch dazu sagen, man kann ja auch bei dir auf der Webseite später nochmal nachschauen, da schreibst du ja auch drüber, oder dich einfach mal für eine Session anfragen, wenn man ein bisschen Beratung braucht. Das Thema ist ja für jeden Körper individuell, zusätzlich wenn man dann noch Mangelerscheinungen hat.
Nils (33:13)
Da muss man schauen. Man kann natürlich ein komplexes Blutbild machen. Beim Facharzt kann man das.
Christian (33:18)
Das mache ich zum Beispiel auch gerne alle sechs Monate mal. Kann nicht schaden, ja.
Nils (33:24)
Ich hatte persönlich durch einen Zufallsbefund herausgefunden, dass ich auch erhöhte Blutfettwerte hatte, weil ich bei einer Studie mitgemacht hatte, bei einer Altersstudie. Und da habe ich festgestellt, dass ich erhöhte Homocystein-Werte habe. Und das ist ein schlechtes Blutfett, das ein erhöhtes Risiko für Schlaganfall, Demenz oder auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen bedeutet, statistisch gesehen auch Thrombosen. Das kriegt man aber leicht in den Griff, die Blutfettwerte, oft mit.
Dreieck des Lebens heißt das, das ist Folsäure, B6 und B12. Und das ist ganz wichtig, dass du davon genug hast. Das wäre auch das Nächste, was ich empfohlen hätte, einen B-Komplex zu substituieren. Das ist wichtig, weil gerade Leute, die wenig Fleisch essen, weniger Vitamin B12 haben.
Christian (34:10)
Die zwei Filme noch gar nicht erwähnt.
Nils (34:21)
Das ist ganz wichtig. Viele Leute, die auch Burn-out-Symptomatiken haben, chronisch müde sind, ein Kribbeln in den Nerven haben oder Ausfallerscheinungen. Alkoholiker zum Beispiel. Es gibt ja viele Leute, Alkoholiker, die es aber nicht wissen, und die lebenslang viel getrunken haben, und dann kriegen die taube Beine. Und das ist zum Beispiel durch den chronischen B-Vitamin-Mangel, weil durch den Alkohol die B-Vitamine im Körper kaputtgemacht werden. Und das ist wichtig zu substituieren.
Ansonsten, ja, man kann immer noch optimieren, Q10 ist immer sehr gut auch für das Herz und für die Zellen, für die Mitochondrien, das nehme ich auch gerne. Dann ein Antioxidantien-Komplex, Resveratrol oder OPC, das sind auch viele Pflanzenstoffe aus der Natur. Das sind keine künstlichen Tabletten in dem Sinne, sondern Stoffe aus der Rinde von Pflanzen, zum Beispiel von Pinienbäumen. Alles, was die Pflanze an sekundären Pflanzenstoffen bildet.
Um sich vor dem Sonnenlicht zu schützen, ist im Endeffekt auch ein Schutz für unsere Gefäße von innen. Und tut dann wieder dem Körper gut, Rutin und so was, Quercetin, alles, was die Gefäßwände agil und elastisch hält. Das ist gut, das natürlich zu essen. Das gibt es halt gar nicht mehr oft, weil die Früchte gespritzt sind. Aber eigentlich wäre es auch gut dann.
Christian (35:48)
Da kann man ja einfach Bio kaufen.
Nils (35:50)
Zum Beispiel, dann kann man auch die Kiwi mit Schale essen. Das ist schon wichtig, Antioxidantien, die würde ich da mit reinnehmen. B12 habe ich gesagt, B-Komplex. Ja, das war es eigentlich im Grunde.
Christian (36:04)
Das heißt also, mal unabhängig davon, in der heutigen Zeit komme ich gar nicht mehr drumherum, zu schauen, dass ich mir meine Nährstoffe über verschiedene Wege hole. Natürlich idealerweise mit der besten Nahrung, aber zeitgleich auch noch als Substitut, und das mache ich am besten, indem ich einen Überblick habe, den ich mir hole, wenn ich regelmäßig auf mein Blutbild schaue.
Nils (36:22)
Genau, und dann auch zu sagen, dass man teilweise selber zahlen muss. Weil der Allgemeinmediziner nur das einfache Blutbild macht. Das große Blutbild ist auch nicht ausreichend genug, weil du nicht weißt, ob du genug Selen hast. Und so was fürs Immunsystem, Zink oder Magnesium, das ist auch nicht standardmäßig drin, glaube ich. B12 meistens schon, bei einem großen Blutbild zumindest, denke ich. Ja, also eine Sache, oder Jod. Ich hatte zum Beispiel letztens beim Hämatologen.
Da haben die einen leichten Jodmangel festgestellt. Da habe ich gedacht, krass, ich esse wenig Hochseefisch und ich esse zurzeit auch wenig Algen. Da auch gucken, egal ob man Vegetarier ist oder nicht. Man kann es durch Algen oder durch Salz, ich habe ein Kräutersalz aus dem Bioladen mit Algen drin. Ob das reicht, muss man dann schauen. Aber ich habe mir auch Jodtropfen geholt, dass ich regelmäßig Jod habe, weil alle Menschen, die weit weg vom Meer wohnen.
Die haben tendenziell diesen Jodmangel, und das war früher noch viel krasser, weil da gab es ja nicht den Fisch, der geliefert wurde, oder keine Algen, die geliefert wurden. Unsere Vorfahren hier in unseren Breitengraden, sagen wir mal in Berlin zum Beispiel, die hatten da wirklich Probleme, und das geht so weit, man hat wissenschaftlich herausgefunden, wenn man wirklich einen richtigen Jodmangel hat, dass es so weit gehen kann, dass es auch auf die Psyche schlägt. Und nicht nur ein bisschen, sondern heftig.
Also bei psychischen Erkrankungen auch daran denken, dass es einfach ein Jodmangel sein kann, der mit reinspielt. Auch hier wieder, die Schilddrüse hängt ja auch mit dem Jod zusammen, und es gibt natürlich auch energetische Dimensionen, warum jemand da Probleme mit Über- oder Unterfunktion hat. Aber einfach die banalsten Dinge, Jod in der Nahrungskette zu haben, daran denken viele Leute nicht, bevor man irgendwelche teuren Medikamente nimmt oder sich die Schilddrüse rausschneiden lässt.
Christian (38:19)
Ja, aber das ist wieder das Ding. Ich kann an vielen Stellschrauben drehen. Ich muss halt schauen, was für mich gerade ansteht. Meine Reise ging damals ja auch los, zu einer Massage zu gehen. Bis die Masseurin irgendwann zu mir meinte, hey, du kannst ja noch Körperarbeit machen. So ging die Reise bei mir los. Und ich habe gemerkt, der Körper und die Berührung und die Verspannung waren der Anfang gewesen.
Und das hat Stück für Stück dafür gesorgt, dass ich über die Psyche gegangen bin, über die Ernährung, über die Spiritualität, über die Verbindung mit der Erde, mit der Natur. Das heißt, es ist ein Prozess, der ... Früher oder später kommst du an jeder Station mal vorbei, sozusagen. Das ist bei jedem anders. Aber du musst den Weg halt einfach gehen.
Nils (39:03)
Du musst nicht gehen, du kannst gehen.
Christian (39:04)
Du musst im Endeffekt.
Nils (39:07)
Also, ja, du hast total recht. Jeder ist da seines eigenen Glückes Schmied. Es bedeutet nicht, habe ich ja schon gesagt, jemand, der immer alles richtig machen will, neurotisch, der gefangen ist in seinen Ängsten, möglichst lang leben will, Longevity jetzt, ne? Als Szene zum Beispiel, da spüre ich das häufig. Also man darf auch, man soll auch mal sich entspannen. Jemand, der nur seine Supplemente nimmt, und ich hatte auch manchmal den Hang dazu.
Christian (39:28)
Biohacking ist auch ein sehr großes Thema bei ...
Nils (39:37)
Alles richtig zu machen. Der kann trotzdem krank werden und schlimme Erkrankungen bekommen, Krebs und noch schlimmere Sachen, oder einen Unfall haben. Also das Wichtige ist, glaube ich, einfach, dass man glücklich ist und dass man sein Potenzial lebt und seine Talente mit der Welt teilt. Dann ist man richtig, dann fühlt man sich gut und auch gewollt von der Welt. Und dann ist man gesünder.
Wenn man jetzt ein neurotischer Großstädter ist, der möglichst lange leben will und eine Maske aufzieht, um draußen nicht die Partikel oder den Feinstaub einzuatmen. Meine Güte, entspann dich. Weißt du, das muss jeder selber gucken, dass es einem einfach gut geht. Bei mir zum Beispiel, ich war jetzt im Frühling ein bisschen überarbeitet, ein bisschen fertig. Und da hatte ich wenig Freizeit. Und da habe ich mal Besuch bekommen von jemandem, der nicht aus Berlin war. Und da habe ich Berlin mal wieder mit touristischen Augen gesehen.
Und es hat total gut getan. Und da habe ich auch Dinge gemacht, die ich sonst nicht mache. Regelmäßig Alkohol trinken mache ich eigentlich nicht mehr. Habe ich aber dann gemacht, und da war ich in einer Sake-Bar. Hey, das war wunderbar. Und da habe ich richtig gemerkt, nach dem Wochenende, ich habe an mehreren Abenden Alkohol getrunken. Jetzt auch moderat, nicht gesoffen oder so. War jetzt auch nicht mehr im Club danach. Aber ich habe gemerkt, dass ich etwas getrunken habe, was ja eigentlich widersprüchlich ist. Das ist eigentlich schlechter. Aber ich habe gemerkt, dass eigentlich.
Die Stresshormone dadurch relativ aufgelöst wurden und ich gelöster und entspannter war, weil dann die Langzeitstresshormone, Cortisol, runtergehen. Also ich will jetzt nicht sagen, trinkt Alkohol und entspannt euch und sozialisiert mit Alkohol, damit die Stresshormone runtergehen. Aber manchmal kann es tatsächlich gut sein, einfach mal aus dem Alltag rauszukommen, einfach was anderes zu machen.
Christian (41:22)
Klar, aber da war ja auch noch die Sozialisierung dabei. Das heißt, du warst unter Leuten. Raus aus dem Alltag. Weil das wäre jetzt auch tatsächlich meine abschließende Frage für unser Gespräch heute. Was würdest du Menschen empfehlen, um einfach ein bisschen glücklicher zu sein?
Nils (41:26)
Raus aus dem Alltag.
Nils (41:38)
Konzentrier dich, hör in dich rein, was dich wirklich glücklich macht, was dir Freude macht, und lebe das, was dir Freude macht. Ich kenne es von mir selber auch, man vergisst das schnell, diese innere Stimme, zu tun, was dir Freude macht. Man ist so im Funktioniermodus, dieses, jenes, der Termin, ich muss da hin. Nein, tu das, was dir Freude macht, und mach es ein bisschen entspannter, nicht so diesen Anspruch, weil wir landen sowieso alle in einer Kiste.
Und warum müssen wir uns alle so anstrengen? Erstmal chillen und Spaß haben im Leben. Und das habe ich auch eigentlich in meinem Leben gemacht. Ich bin sehr viel gereist, da haben wir jetzt gar nicht so viel darüber geredet, wäre auch zu viel gewesen. Ich bin fast auf allen Kontinenten gewesen und habe das in jungen Jahren schon gemacht. Und auch über längere Zeiten, immer ein halbes Jahr weg, in Lateinamerika, Asien, immer wieder, Afrika. Und das sind Schätze, die hältst du in deinem Herzen. Erfahrungen.
Also man kann potenziell immer alles hier im Kopf kontrollieren, aber wirklich diese Kontrolle abzugeben und zu vertrauen, das ist eigentlich das Wichtige. Das zu finden, was einem Spaß macht im Leben, das ist das ganz, ganz Wichtige.
Christian (42:54)
Super. Hey, und über die anderen Themen können wir gerne nochmal ein nächstes Mal sprechen. Schön, dass du da warst. Danke dir.
Nils (42:58)
Sehr gerne. Vielen Dank, lieber Christian. Bis bald.
Christian (43:04)
So.