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Was will ich wirklich? 4 Fragen die dir zeigen wo deine Richtung liegt

Von Christian Strunk5 Min. Lesezeit
Was will ich wirklich? 4 Fragen die dir zeigen wo deine Richtung liegt.

Was will ich wirklich? Diese Frage lässt sich nicht im Kopf beantworten. Nicht durch Pro-Contra-Listen, nicht durch Persönlichkeitstests, nicht durch das nächste Buch über Berufung. Sie lässt sich nur spüren. In diesem Artikel teile ich eine körperbasierte Übung in vier Fragen, die dich dorthin führt, wo die Antwort wartet. Nicht im Denken. Im Fühlen.

Die Frage „Was will ich wirklich?“ ist eine der grundlegendsten Fragen der inneren Arbeit. Sie taucht auf, wenn der bisherige Weg nicht mehr stimmt, wenn die innere Klarheit fehlt. Wenn du spürst, dass da mehr ist, aber nicht greifen kannst, was genau. Viele Männer versuchen, diese Frage mit dem Kopf zu lösen. Sie analysieren, vergleichen, recherchieren. Aber die Antwort liegt nicht in der Analyse. Sie liegt in dem, was dein Körper dir zeigt, wenn du aufhörst zu funktionieren und anfängst zu spüren. Die folgende Übung ist ein Weg dorthin. Kein schneller. Aber ein ehrlicher. Du brauchst einen Stift und ein DIN-A4-Blatt.

Warum schnelle Lösungen nicht funktionieren

Bevor wir in die Übung gehen, ein Wort zur Haltung. Viele Menschen suchen eine schnelle Lösung für ihr Problem. Und viele Anbieter verkaufen die einfache Drei-Schritt-Methode und versprechen: Dann wird alles gut.

Die Frage, die ich dir stellen möchte: Was soll die Lösung eigentlich beheben? Das Problem oder nur ein Symptom?

Und noch wichtiger: Aus welcher Motivation heraus suchst du nach einer schnellen Lösung?

Was ich Männern in meiner Arbeit immer wieder sage: Es ist ein Prozess. Ein Prozess, in dem du als Mensch mit deiner Entwicklung im Vordergrund stehst. Statt es unbedingt gut und richtig machen zu wollen, empfehle ich dir, in den nächsten Minuten einfach Spass bei der Sache zu haben. Nur so kommst du nachhaltig zu dem, was wirklich in dir steckt.

Dein zukünftiges Ich soll vor allem Spass an dem haben, was es macht. Wie willst du etwas finden, das dir Spass macht, wenn du im Stress bist?

Die Übung: Dein Gefühl für deine Richtung finden

Nimm dein Blatt Papier und zeichne die unten aufgeführte Form nach. Ein Grösser-/Kleinerzeichen. Zeichne gerne sehr gross und nutze so viel Platz wie möglich.

Vorlage: Grösser-/Kleinerzeichen auf einem DIN-A4-Blatt.

Frage 1: Wie willst du von der Welt gesehen werden?

Nimm dir jetzt ca. fünf Minuten Zeit, um aufzuschreiben, wie du von der Welt gesehen werden willst.

Wichtig dabei:

Frage 1: Wie willst du von der Welt gesehen werden? Einzelne Wörter auf der rechten Seite des Zeichens.

Frage 2: Wie willst du von der Welt nicht gesehen werden?

Nimm dir nochmal ca. fünf Minuten und schreibe alle Wörter auf, die dir in den Kopf kommen. Egal was es ist, schreib es auf. Du kannst nichts falsch machen.

Frage 2: Wie willst du von der Welt nicht gesehen werden? Beide Seiten des Zeichens mit Wörtern gefüllt.

Finde das stärkste Wort und male ein Bild

Nimm dir jetzt etwas Zeit und spüre in dich hinein: Welches der Wörter der ersten Frage ist das wichtigste, das stärkste? Wie sieht es mit der zweiten Frage aus? Kreise beide Wörter ein und verbinde sie mit einer Linie.

Die stärksten Wörter beider Fragen eingekreist und mit einer Linie verbunden.

Jetzt hast du nur zwei Minuten Zeit. Male ein Bild, das dir zum stärksten Wort der ersten Frage kommt. Im Anschluss malst du ein weiteres Bild für das stärkste Wort der zweiten Frage. Die Bilder müssen nicht gut aussehen. Male eine schnelle Skizze. Versuche das Gefühl bzw. dein inneres Bild auf Papier zu bringen.

Zwei schnelle Skizzen zu den stärksten Wörtern, das Gefühl auf Papier gebracht.

Frage 3: Welche Angst kommt auf, wenn sich beide Punkte berühren?

Jetzt kommt eine Visualisierungsübung:

  1. Setze dich aufrecht hin
  2. Schliesse deine Augen
  3. Öffne beide Hände mit den Handflächen nach oben (wie beim Beten)
  4. Visualisiere nun in deinen Händen jeweils eines der beiden Bilder
  5. Wenn du dir die Bilder klar in deinen Händen vorstellen kannst, führe deine Hände langsam zusammen
  6. Ganz in deinem Tempo. Es gibt kein Zeitlimit

Beobachte dabei: Welche Angst kommt hoch, wenn sich die beiden Bilder verbinden? Schreibe sie auf.

Frage 3: Welche Angst kommt auf? Deine Angst in einem Satz aufschreiben.

Frage 4: Welche Chance wartet, wenn du die Angst überwunden hast?

Jetzt kommt der wichtigste Teil der Übung. Welche Chance wartet auf dich, wenn du die Angst überwunden hast?

Wichtig bei dieser Frage:

Gute Beispielsätze sind:

Frage 4: Welche Chance wartet? Dein Satz in der Ich-Form an der Spitze des Zeichens.

Der Visionsspaziergang

Was stellst du jetzt mit diesem Satz an? Der Satz ist de facto gar nicht so wichtig. Wichtig ist das Gefühl dahinter. Das Gefühl, wenn du deine Angst überwunden hast, in Verbindung mit der Chance, die daraus für dich entsteht.

Nimm dir nach der Übung mindestens einen Tag Zeit und lass das Ganze erstmal sacken. Dein Unterbewusstsein arbeitet damit schon weiter.

Am nächsten Tag: Nimm dir Zeit für dich und mache einen Spaziergang in die Zukunft. Du stimmst dich auf den Satz, deine Chance, und das Gefühl ein. Dann läufst du los und stellst dir vor, du bist schon in der Zukunft.

Was ist anders? Vielleicht nimmst du beim Spazierengehen neue Dinge wahr. Oder bestehende Dinge anders. Laufe so lange, wie es sich für dich richtig anfühlt. Schreibe im Anschluss direkt auf, was du wahrgenommen hast. Lass auch das wieder mindestens einen Tag sacken.

In meiner Kontakt mit Männern erlebe ich immer wieder, dass dieser Spaziergang der Moment ist, in dem etwas kippt. Nicht im Kopf. Im Körper. Etwas öffnet sich. Eine Richtung wird spürbar, die vorher nur geahnt war. Das ist kein magischer Moment. Es ist das Ergebnis davon, dass du aufgehört hast zu denken und angefangen hast zu spüren.

Wenn du danach tiefer gehen willst, ist der nächste Schritt, dich mit deinen Werten auseinanderzusetzen. Die Übung zeigt dir die Richtung. Deine Werte klären gibt dir den Kompass, um sie zu halten. Und wenn du bereit bist, deine Richtung in konkrete Schritte zu übersetzen, zeigt dir der Artikel Vision in konkrete Schritte übersetzen wie du mit der 30-Tage-Methode eine Veränderung nach der anderen angehst. Wenn du merkst, dass es nicht nur um die Richtung geht, sondern dass dein ganzer beruflicher Weg sich falsch anfühlt, findest du im Artikel über berufliche Neuorientierung einen tieferen Zugang.

Häufig gestellte Fragen

Was wenn mir bei der Übung nichts einfällt?

Das ist normal und kein Zeichen, dass etwas mit dir nicht stimmt. Viele Männer haben verlernt, in sich hineinzuspüren, weil sie jahrelang funktioniert haben. Wenn nichts kommt, bleib sitzen. Atme. Schreib auf, was da ist, auch wenn es sich banal anfühlt. Oft kommt das Wichtige erst nach den ersten offensichtlichen Antworten. Die Übung hat kein Zeitlimit. Lass dir so viel Zeit, wie du brauchst.

Muss ich die Übung allein machen?

Die Übung funktioniert allein und in Begleitung. Allein hast du den Vorteil, dass du ungestört in dich gehen kannst. In Begleitung, etwa mit einem Mentor oder in einer kleinen Gruppe, kann jemand anderes dir die Fragen stellen und du kannst dich ganz auf dein Inneres konzentrieren. Beides ist wirksam. Wichtig ist, dass du einen geschützten Raum hast, in dem du ehrlich sein kannst.

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Wenn diese Übung etwas in dir bewegt hat, ist der Artikel eigene Vision finden ein guter nächster Schritt. Er zeigt dir in sechs Schritten, wie du aus der vagen Ahnung eine klare Richtung machst.

Du spürst, dass mehr in dir steckt?

Im Erstgespräch schauen wir gemeinsam, was unter der Oberfläche wartet. Kein Coaching-Verkauf. Ehrliches Gespräch.